Bernhard Ruppert


Panta rhei – alles fließt (Heraklit von Ephesus)

Zur Person:

Bernhard Ruppert M.A., 1959 in Flörsheim am Main geboren. Studium der Philosophie, Mittleren u. Neueren Geschichte, sowie der Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Schüler von Prof. Dr. Richard Wisser. Studienschwerpunkte: Platon, Nietzsche, Heidegger, Jaspers. Persönliche Interessen: fernöstliche Philosophie (Zen-Buddhismus); die Yoga-Sutren des Patañjali.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass “Philosophen“ bzw. auch philosophisch orientierte Menschen gerne etwas Geistes-abwesend seien (vgl. Sokrates, 469-399 v. Chr., beim “Symposion“), oder dass sie zwar über die “Dinge des Himmels“ nachsinnen würden, hierüber jedoch die höchst irdischen “Fallgruben des Alltages“ übersehen würden (vgl. Thales, um 624 bis ca. 547 v.Chr., und die thrakische Magd), oder aber wenigstens “im Elfenbeinturm“ zu wohnen pflegten (vgl. Michel de Montaigne, 1533-1592), — was nachweislich alles verkürzte Unwahrheiten sind — verdiene ich meinen Lebensunterhalt völlig “eben-erdig“ und ganz praktisch als Gartenpfleger. Aber auch meine früheren Stationen beim ZDF (Presseabteilung) sowie in einer Heidelberger Unternehmensberatung, waren sehr hilf- und lehrreich für mich. Kommendes Projekt: Eröffnung einer Philosophischen Praxis in meiner Heimatstadt Flörsheim.

 

Veröffentlichungen:

  • Diverse Gedanken und Gedichte in Anthologien (vgl. ZEITschrift, Literaturpodium)
  • Mitarbeit am Ausstellungskatalog “Lebensspuren — von Schuhen bis Schalom“ im Dommuseum Frankfurt am Main, der Künstlerin Gudrun Müsse Florin, 1995

 

Der Autor über sich:

Wohl seit meinem 15. Lebensjahr schreibe ich Tage-Bücher. Das Schreiben selbst ist mir Hand-Werk, d.h. ich schreibe mit Füller auf karierten DIN A 5-Seiten. Im Lauf von 41 Jahren kommt da einiges an Gedanken und “Papier“ zusammen, das jedoch nie auf Veröffentlichung drängte. Der Vorgang selbst, der Gedanke, der als blaue Tinte Wort-Gestalt annimmt, das war und ist meine innerste Motivation zum Füller zu greifen. Erneutes Lesen eines einmal geschriebenen Textes oder gar seine Überarbeitung sind mir dagegen ein Graus.

Bei meinen Gedanken und Gedichten, die in diesem Blog versammelt sind, handelt es sich teilweise um Varitionen eines Themas, das mich — ähnlich wie die Essais eines Michel de Montaigne (1533-1592) — über Jahre beschäftigt und nicht loslässt. Es bleiben variierende Versuche (frz. essai) einer Annäherung, die ich ganz bewusst mit einem Datum kenn-zeichne. Denn obschon das Thema — etwa philosophische Begriffe wie “Transzendenz“, “Horizont“, das “Sein“, oder aber religiöse topoi wie etwa “Advent“, “Ostern“/“Auferstehung“ — ein und dasselbe bleibt, so habe ich mich zwischenzeitlich doch verändert und damit ineins, meine “Blick-Winkel“, meine “Sicht-Weisen“, meine “Positionen“, kurzum: mein Denken. So können Sie beim Lesen meinem Denken quasi “über die Schulter“ schauen.

Ich kann das philosophierende Nach-Denken nicht lassen — es ist wie mein Atem; und mit Stéphane Hessel (1917-2013, “Empört Euch!“) muss ich mich gegen diese unhaltbaren politischen Zustände aus Verfilzung, Korruption und Inkomptenz in Bund und Land zurecht empören. Denn wer Deutschland liebt, ja, wer von der Idee der “Demokratie“ überzeugt ist, der sollte jetzt endlich “aufstehen“ — podemos! Wir können das! Das Selbstverständnis der Philosophie war u.a. immer schon auf das “Bürgerwohl“ gerichtet (vgl. etwa Platons politeia, sowie die umfangreiche Literatur der sog. “Staatsschriften“ bis hin zu den UN-Menschenrechten und dem Grundgesetz). Denken / Philosophieren und konkretes — auch politisches — Handeln sind nicht voneinander zu trennen.

Es ist der freundschaftlichen Geduld und Beharrlichkeit von Johannes Chwalek zu verdanken, dass sowohl in den letzten Jahren immer wieder einzelne meiner Texte in Anthologien erschienen sind, als auch dass ich heute in der “schreibART“ veröffentliche.

 

Anmerkung:

Folgende Besonderheiten gilt es zu beachten: Kein Wort ist selbst-verständlich. Anders als in der Literatur oder auch beim wissenschaftlichen Arbeiten benutze ich diverse Schriftzeichen (“…“, – , — ) u.a. auch dafür, den Lesenden auf einen veränderten Wort-Sinn und -Gebrauch aufmerksam zu machen. Dahinter stehen philosophische Theorien, die jedoch im Zusammenhang des Blogs von nachgeordneter Bedeutung sind. Ich möchte den Lesenden während des flüchtigen Lesens — um dies mit Nietzsche zu sagen — zum “Stolpern“ bringen. Denn erst, wenn wir beim Lesen an einem Wort “hängen“ bleiben, wir erneut einen Satz uns vor Augen führen müssen, wenn wir also “stutzen“ und uns “verwundert“ fragen, was das soll, treten wir aus dem “Fluss des Alltäglichen“, dem gewohnten mainstream unseres Verstehens heraus und beginnen, “wesentlichere Fragen“ (Heidegger) zu stellen. Wir philosophieren.