Beiträge von Richard Wisser


ICH FRAG’ MICH, WAS IST GEFRAGT

ICH FRAG’ MICH, WAS IST GEFRAGT Du fragst mich, wie es mir geht. Du sagst, lieb sei es dir Zu wissen, wie’s um mich steht. Was heißt: Wie es mir geht? Was meint: Wie’s um mich steht? Was „es“, was „geht“ und was „mir“? * Wie’s geht? So wie es frommt: Nach Wunsch, nicht wie […]


IM URSPRUNG WEST UNTERSCHIED

IM URSPRUNG WEST UNTERSCHIED   Unzählbar das Einerlei: Versagt jeder Zugriff, Kein Unterschied bringt zu Gesicht der Entsprechung Nuancen und Reichtum.   Es sperrt sich kein Gegensatz, Nichts Widriges kehrt sich, Und ohne Bewegung Verkommt selbst der Ruhe Vertraute Gesetztheit.   Ihm fehlt jede Eigenschaft, Der Eigenheit Selbstsein, Weil Gleiches gleichviel Und gleichgültig nichtig Ist, […]


HARDWARE & SOFT

HARDWARE & SOFT   Früher achtete man Auf den Begriff, Begriff im Begreifen Pointe und Pfiff.   Heute bringt mit Bedacht Nur auf den Punkt So mancher die „Sache“, Und meint, daß das funkt.   Morgen pfeift man dann drauf, Surft man per Soft, Begreift nicht, betont nicht, Nimmt hin oder zofft.


HEIMKEHR INS LICHTE

HEIMKEHR INS LICHTE   Stürzt ihn Dein Finger, Als sei er getroffen vom Pfeil, Rücklings vom Pferd?   Saulus wird Paulus. Nur er schaut ins Antlitz dem Herrn, Sieht und begreift.   Doch sein Gefolge, Bewaffnete Schar? Sie zerstiebt, Richtungslos, blind.   Menschlicher Mächte Vermeintliche Ordnung zerbricht. Stolz liegt im Staub.   Mut weicht der […]


WER BRINGT’S ZU GEHÖR?

WER BRINGT’S ZU GEHÖR?   Es geht mit der Zeit, Wer modebewusst Sein Mäntelchen dreht Nach dem Wind.   Es gibt auch den Fall, Dass taktvoll und stumm, Ist’s Zeit, mit der Zeit Einer geht.   Hängt ab vom Akzent Der Sinn, wie’s gemeint, Dann spitzt, dass ihr’s hört, Euer Ohr!   Betonung erst bringt´, […]


BIS DAS GEDICHT STEHT …

BIS DAS GEDICHT STEHT …   Leer’ den Papierkorb, Meinen! Vieles von dem Wirst du finden, Was der „Feile“ zum Opfer gefallen.   Was, geschrieben, Einfall, ohne Bestand, Überdacht aufs Neue, besser als Schlecht, doch verworfen.   Weißes Papier, das Blatt für Blatt mir gedient, Gegenüber, Voller Worte und Zeichen, ich dank’ dir!   Kann […]


NOCH GEHT, WAS VERGANGEN

NOCH GEHT, WAS VERGANGEN   Es hat jede Zukunft Im Rückblick ihr Her, Und an dem, was vergangen, Trägt mancher schwer.   Wir schulden der Herkunft Respekt und Tribut Und viel mehr als das Diktum: Damals war’s gut.   Was war, wird gestundet. Es ist nicht vorbei. Mancher kappt zwar die Fäden. Wird er so […]


UNENTWEGT

UNENTWEGT   In der Veränderung nicht Die Vergänglichkeit sehen, Und die Vergangenheit stets Im Gedächtnis bewahren, Herkunft auf Zukunft öffnen Und die Gegenwart nutzen: Wem es gelingt, unterwegs Sich zu finden, kommt zu sich.


IN GOTTES NAMEN

IN GOTTES NAMEN   Es walten Wege Im Wesen der Zeit. Sie führen, leiten, Wer weiß schon, wie weit.   Wer kennt das Ende, Die Ankunft, das Ziel? Nur eins ist sicher: Der Tod macht das Spiel.   Ist dies das Letzte, Dass er zieht den Strich? Uns Menschenkinder Lässt Gott nicht im Stich.  


ES SCHULDET EIN JEDER

ES SCHULDET EIN JEDER   Verschulden wie Schulden Wirkt immerzu nach, Verursacht, hat Folgen, Verpflichtet gemach.   Doch Schuld fordert Sühne, Die Schulden das Soll. Wer abträgt, wird Last los, Wer Schuld trägt, kein Zoll.   Zwar fühlt sich verpflichtet, Wer Schulden begleicht, Doch nur, bis Entlastung Den Ausgleich erreicht.   Bezahlen und Tilgen Bringt […]


GÄNZLICH, GESAMT

GÄNZLICH, GESAMT   Sieh doch den Pfau, Schlägt sein Rad und zeigt, Wie im Zusammenspiel Einheit sich brüstet.   Auch der Fächer, Wenn er entfaltet, Gibt zu erkennen, Was in Bezug steht.   Alles in eins, Doch einerlei nicht, Unterschied allemal, Doch in Vollendung.   Mag die Reihe, Immer so weiter, Summe der Stücke, Aus […]


MITHIN

MITHIN   Zwar treibt, getrieben, der Mensch, Doch innehält, wer’s erfährt. Sucht Halt er, greift er vorbei, Begreift, kein Aufenthalt hält. Welch eine Paradoxie: Nur das Vergangene bleibt!


OFFENBARES

OFFENBARES   Licht von Draußen läßt Farben gotischer Fenster leuchten, macht sichtbar.   Und die Ikone? Hält den Blick nicht gefangen, zeigt sie, verweist sie.   Sie kommt in Betracht an den Membranen der Sicht Jenseits im Diesseits.   Im Blick: Übergang. In der Erscheinung Vorschein kehrt sich die Zukehr.


Gotische Glasfenster

GOTISCHE GLASFENSTER   Licht von außen, Sicht wird innen: Kein Beginnen Ohne Sinnen, Was von Draußen Als Erscheinung Bringt die Einung Mit dem Jenseits.   Diesseits wurzelt, Reicht ins Reiche, Gründet jenseits, Nicht im Dunkel. Seiner Farben Glanz und Leuchten, Seiner Formen Sinngehalte, Wie gelingt es, Sie zu schauen?   Drinnen draußen: Im Besinnen Halt […]


Mach‘ Einen Reim Dir – Auf den Reim!

MACH’ EINEN REIM DIR – AUF DEN REIM!   Es reimt von selbst und mit einand Sich manches, trifft genau ins Lot. Doch mancher Reim, zwar klangverwandt, Reitet das Reimen selber tot.   Zwar bringt zusammen, was getrennt, Der Reim, klinkt ein und singt in eins, Doch zwingt ins Joch, was er nicht kennt: Heidenheim […]


Heimat vor Ort?

Heimat vor Ort? von Prof. Richard Wisser   Bleibt uns allein im Womöglichen heimisch zu sein?   Nennt dieses Wort einen Aufenthalt ohne ein Fort?   Wo uns kein Noch in die Ferne lockt, ausweist kein Doch?   Gibt es ein Dort, dessen Möglichkeit mehr ist als Ort?   Gibt es ein Wann, dessen Zeitverlauf […]