Blog


In memoriam

In memoriam 01.12.2019   Von Fritz Bauer (1903-1968), dem hessischen Generalstaatsanwalt am Landgericht Frankfurt am Main, auf dessen Initiative u.a. die Ergreifung Adolf Eichmann’s in Argentinien, die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, sowie die Frankfurter Auschwitz-Prozesse (1963-1981) zurückgehen, stammt wohl der Satz: „Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann […]


Sichtenwagen

  Sichtenwagen   Folgen tragen Sichtenwagen Stehen auf Lichtenlauf Leichtesschritte Herzensmitte Leopal Jovial Gene raten Liebestaten Gehen an Wesendran


WEITSICHT

  Thomas Berger, in: POESIA DELLA LIRA, Bd. 3, Weihnachten, 2016, Seite 9       WEITSICHT Weihnachten heißt an Neubeginn glauben und nicht vergessen dass manche an Altes sich ketten gerade an Weihnachten   Weihnachten heißt Freude empfinden und nicht vergessen dass manche Trübnis leiden gerade an Weihnachten   Weihnachten heißt sich anderen schenken […]


Wo, Ariadne?

Wo, Ariadne?   Noch einmal spüren. Die Wehmut mischt sich ein, die Kraft bleibt wie von fern.   Immerhin noch dies. Der Ausweis der Gegenwart seltsam gefleddert.   Vom Nachklang gezurrt, lösen sich die Blätter nicht; zähe Groteske.   Wo, Ariadne, liegt der Faden aus? Schreibend ihn suchen, bleibt meins.


Inne halten

Inne halten   Einfach auch mal inne halten.   Um einfach mal ganz abzuschalten.   Vielleicht auch mal um, um.   Einfach auch mal inne halten.   Um einfach mal, überhaupt zu schalten.


Glücklich schreibt sich’s besser – warum Autorengeschichten Erfolgsgeschichten sein müssen

Glücklich schreibt sich’s besser – warum Autorengeschichten Erfolgsgeschichten sein müssen   „Was machst du?“ „Ich bin Schriftsteller.“ „Wo veröffentlichst du denn?“ „Meine Bücher erscheinen bei großen Verlagen, sind preisgekrönt und werden in den Buchhandlungen auf den Auslagetischen präsentiert. – Und du?“ „Ich bin auch Schriftsteller.“ „Und wo veröffentlichst du?“ „Ich veröffentliche nicht. Ich schreibe nur.“ […]


wie in alter zeit

wie in alter zeit   andere wege werden gegangen und du bist nur zuschauer   das zuschauen ist bedingt hilfreich doch wenn du starrst ändere dich   ändre dich zu dir einfallsreich wege sinnend wie in alter zeit   im feuer stehend ein jahrhundert noch entfernt von jedem zweifel


„Denkmal“

„Denkmal“   Du kannst dich traurig denken. Du kannst dich glücklich denken.   Du kannst denken zu guter Letzt, bis du vom Denken bist besetzt.   Du kannst durch denken pure Zeit verschenken.   Du kannst denken, du kannst dir schenken.   So oder so. Dein Denken.


Paradoxien — Arbeits-Welt

Paradoxien — Arbeits-Welt 17.11.2019   Einer-seits das „Totschlag-Argument“ der Arbeitgeber und Konzernstrategen gegen Gewerkschaften und Sozialpolitiker: der entstehende Kostendruck für Tarifverträge und andere soziale Errungenschaften gefährde Arbeitsplätze in Deutschland und anderswo. Deshalb: weiterführende Deregulierung der Arbeitsverträge zu immer umfassenderen „prekären Arbeitsverhältnissen“ — Armut in Deutschland und der Welt ist wirtschaftlich und politisch gewollt.   Anderer-seits […]


naher frühling

naher frühling   die heimkehr naht in ungewohntem glanz – so wohl vertraut vor zeiten   die menschen lauschen sie hören von den jahren die blumen warfen   meine aufgabe den blumenweg zu legen der uns beiden gilt   sei mein begleiter die nacht lässt schon erahnen den nahen frühling


IPOMOEA

IPOMOEA   Wahrlich Zeit die uns gewährt eilt dahin   Es nützt kein Klagen es nützt kein Zagen   Prunkwinde himmelblau weist den Weg   Des Morgens öffnen sich ihre Blüten sterben am nämlichen Tag   Vermählen wir uns der Schönheit spenden wir Freude   So kurz auch die Spanne  


Tick tack

Tick tack   Tick tack tick tack macht die Uhr einfach nur Tick tack tick tack macht das Herz im Takt Tick tack tick tack hört die Uhr mal auf zu ticken Tick tack tick tack sie mit Batterie bestücken Tick tack tick tack macht das Herz einmal schlapp Tick tack tick tack wird das […]


Spazierengehen mit mir

Spazierengehen mit mir „was saved again by the garbage truck“ Das ist grad so mein Lied, auch wenn das gewisser Ironie nicht entbehrt (Silent all these years), aber nun ja. Ich habe auch keine Ahnung, was es bedeutet, vom Müllwagen gerettet zu werden, ich könnte nachschauen, aber vielleicht wäre dann der Zauber dahin. Ich wurde […]


betritt nur den raum

betritt nur den raum   hier ist es gut hier walten andere klänge zu neuen kräften   sind es nicht alte? ja in neuer belebung fühlst du dich erstarkt   was dir vorschwebte reicht mit diesem geist nun hin den du entzündest   betritt nur den raum frühling sommer sind und herbst und die frucht […]


Verbindung

Verbindung   Wir können uns nicht jede Wunde verbinden.   Aber wir können jede Wunde mit uns verbinden.


NACHTSTILLE ROSSE

NACHTSTILLE ROSSE Auszüge aus dem Beitrag in der Anthologie „Alles hat seine Zeit“, hrsg. v. Hans-Alfred Herchen, Frankfurt am Main __________________   Die Dichter des Altertums sahen, wenn der lichte Tag sich neigte, ein schwarzes Gespann am Sternenzelt herannahen: Nyx übernahm das Zepter. Im Phantasiegebilde des nächtlichen Rossegefährtes deuten sich das dynamische Walten und die […]