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DER ZWEIFACHE KREIS

DER ZWEIFACHE KREIS   Im Kreis schließt der Anfang das Ende in sich, ist Rückkehr zum Ursprung kein Gegen-den-Strich.   Solch Kreis ist zu zeichnen. Doch gibt es solch Sein, den Abschied, der heimkehrt, getrennten Verein?   Bewegung, die endlos in sich sich verschlingt, Entfernung, die ausgreift Und Nähe erbringt?   Im Leben ist’s anders, […]


bordüre mir

  bordüre mir   bordüre mir in tausend farben lichterregen hülle fein deinen Mantel fliegen tragen herzbewegen schmelzen sein bordüre mir in lust dein nahme schwingenseegen süße rein deine gaben leben laben wesentanzen fließen sein


SLEEPING TOGETHER

SLEEPING TOGETHER   We say that people „fuck“ or „make love“‑‑ more intimately, that they sleep together, though the latter doesn’t necessarily connote the sexual act. Yet somehow this sleeping together ‑‑  this engaging in the act of joined sleep, this shared journey into the unconscious‑‑ is the most intimate, the most bonding, act of […]


MÖWEN IM GLEITFLUG

  Auszug aus: Thomas Berger, MÖWEN IM GLEITFLUG. Haiku 2. Aufl., Kelkheim 2000, Seiten 18, 19, 23, 73   Die Morgenröte strebt zur Sichel des Mondes – glückliche Reise   *   Abenddämmerung. Durch die Föhren streicht der Wind, atmet Ewigkeit.     *   Zwischen den Zeilen bilden die Worte ihr Heim – neben […]


jugendjahrestag

jugendjahrestag   bedingte arbeit lascher jammer des tages und die kleinste frist   der traum von morgen rückt in die weitre ferne für die schwächre kraft   ergib dich! lass ab! doch daran denke ich nicht rühr mich noch wie einst   jugendjahrestag eine flasche rotwein glänzt pulst noch einmal durch  


SAGEN, WAS SAGBAR IST?

SAGEN, WAS SAGBAR IST?   Ist’s das Unsägliche, das mir am Herzen statt auf der Zunge liegt, das mich wie Blut durchpulst, mich in Bewegung hält, was mir zu denken gibt, doch mich zu schweigen heißt und mich erfahren lässt Grenzen der Sprachlichkeit?   Vor dem Geäußerten schließen die Dinge Poren und Augenschein, halten den […]


Wie finde ich meine Leser?

Wie finde ich meine Leser?   Die Autorin Silvia Nagels hat eine Autorenstaffel ins Leben gerufen und mich gefragt, wie ich meine Leser finde! Ich glaube inzwischen, das war eine Falle, trotzdem werde ich antworten.   Leser! Wo sind sie, wie finde ich diese Menschen? Meine Finger kratzen unruhig über das Holz des Fensterrahmens. Weshalb […]


Vogelzug

Vogelzug 22.11.2018   Fallende Rosenblätter, schrundige Zierquitten — der heiser-gellende Schrei ziehender Kraniche kündet den nahenden Winter an.


DAS ZEPTER DER NYX

Thomas Berger, DAS ZEPTER DER NYX. Materialien zum Lobpreis der Nacht Kelkheim, 1998, Seiten 13, 20 und 108   Nachtbläue und Tag wechseln beständig im Erdkreis. Das harmonische Schauspiel der Natur zu betrachten und nach Art der Wissenschaft zu zergliedern, genügte den Alten nicht; sie gelangten vielmehr zu dessen Deutung: Die Nacht geht dem Tag […]


umsonst

umsonst   brünstig die arme in den abend zu strecken war der jugend teil   war’s nicht der beste? im hamsterrad denkt der mensch dass er’s gewesen   sinnt auf den ausweg und entwickelt ideen von ferne schöne   die tat stünd anders im einschlafen denkt der mensch noch dieses, jenes


Und so

Und so meine fehler unverziehen die strohreue alle sachen ausgeliehen perlensäue * erzählen alle lügen presse politiker passanten beamte die ausbrannten lassen uns trügen * die Patrouille hat jeden einzelnen gebracht in die Bredouille in Einzelzellen aufgepasst * für donya du hast keine Ahnung und ich hab keine Ahnung na und wir suchen noch suchen […]


HEILIGE EINFALT, WIE TÖRICHT!

HEILIGE EINFALT, WIE TÖRICHT!   Einzig der Einfalt gelingt es, Antwort zu geben im Nu, einfach und ohne die Skrupel, die jeder Rede misstraun.   Einfalt spürt, was zugegen, rügt sich in solches, was ist, hält ohne Vorbehalt Einkehr, nimmt ohne Harm, wie es kommt.   Folgsam natürlicher Regung, ohne Befehl und Geheiß, lässt sie […]


Rosenblätter & Zierquitten

Rosenblätter & Zierquitten 14.11.2018   In der Schale meiner Hände abgefallene Rosenblätter — im Sterben noch immer betörenden Duft verströmend.   Schon verfärbt und verschrumpelt, von braunen Fäulnis-Flecken entstellt, verströmen die kleinen Zierquitten auf meinem Bücher-Regal noch immer den unverkennbaren Duft des vergangenen Herbstes.