Beiträge von Bernhard Ruppert


Harmonia mundi — Traumzeit

Harmonia mundi — Traumzeit   22.02.2016   Nimmt man etwa Beethovens 9. Sinfonie, oder auch Bachs „Toccata und Fuge in d-Moll“ und seziert sie mit analytischem Verstand, so bleiben nur noch Fragmente aus Noten, Takten, Anweisungen u.v.a.m. übrig. Das, was uns Zuhörer an diesen Werken seit Jahrhunderten begeistert, zerfällt zu einem Wust an Noten, leblosen […]


Harmonia mundi

Harmonia mundi   22.02.2016   Was bleibt vom Göttlichen Einklang der Welt, der harmonia mundi, heute noch übrig —? Bits und Bytes, schwarze Punktstriche auf fünf schwarzen Parallel-Linien.   Harmonia mundi, das war für Pythagoras und die Pythagoreer, das war für Philolaos von Kroton über Platon bis hin zur Metaphysik des Aristoteles eine kosmische Bewegung […]


Miniaturen menschlichen Seins

Miniaturen menschlichen Seins   Der Mensch hat seinen Stand-Ort innerhalb der Natur — er hat seinen Wohn-Ort innerhalb der „Schöpfung“.     Der Mensch als Wesen der Sprache und als Teil der „Schöpfung“ ist „Wort“ und „Ort“ ineins.     Die Frage bahnt den Weg zur Antwort.   Die Ant-Wort jedoch bahnt sich den Weg […]


gnothi seautón — erkenne Dich selbst

gnothi seautón — erkenne Dich selbst Vom alltäglichen Handeln im Angesicht des Todes   12.01.2016 (überarbeitet: 16.09.2016)   Des Menschen Maß ist Vergänglichkeit, Sterblichkeit, und als letzte Lebens-Erfahrung: der Tod. Anders als es uns die moderne, meist rein technisch-mechanisch gedachte Auslegung des Homo-mensura-Satzes des Protagoras (490-411 v. Chr.) nahelegt — dass der Mensch das Maß […]


gnothi seautón — Von Menschen und Religionen

gnothi seautón — Von Menschen und Religionen   18.01.2016   Das Selbst-Verständnis des Mose war Gottes-Erkenntnis; Das Selbst-Verständnis Jesu war Welt-Erlösung; Das Selbst-Verständnis Mohammeds war Unterscheidung der beiden früheren Religionen; Das Selbst-Verständnis Siddhartas als Buddha war Selbst-Erlösung des Menschen.   Gottes-Erkenntnis erlangte Mose in der visionären Schau des “brennenden Dornbusches“; Welt-Erlösung erlangte Jesus im stellvertretenden […]


gnothi seauton — erkenne Dich selbst

gnothi seauton — erkenne Dich selbst   12.01.2016   Des Menschen Maß ist Vergänglichkeit, Sterblichkeit, und als letzte Lebens-Erfahrung: Tod.   Des Menschen Fluch und Segen ist, dass er seine eigene Lebens-Zeit als dreidimensional zu denken vermag: als Gegenwart, als Vergangenheit, als Zukunft.   Des Menschen Fluch ist es, seine Lebens-Zeit wie einen Raum deuten […]


Differenzierung: Ideelle Werte versus materielle Werte

Differenzierung: Ideelle Werte versus materielle Werte 22.01.2016   Ideelle Werte sind an-wesend, materielle Werte sind gegenständlich da.   Ideelle Werte sind “Wirklichkeiten“, materielle Werte haben Daseins-Charakter.   Ideelle Werte können als “Mächte“ an-wesend sein, z.B. als “Existenz“, als “Tod“, als “Welt“, als “Transzendenz“/“Gott“ (vgl. u.a. Karl Jaspers). Materielle Werte sind als “Etwas-Seiendes“ da, z.B. als […]


Buddha-Zeit — Wir Ungeborenen

Buddha-Zeit — Wir Ungeborenen   16.01.2011   Zwar sind wir Rollen und Funktionen geworden, aber wahrhaft geboren worden, sind die Wenigsten von uns.   So sterben wir, ohne jemals zu unserem „vollen Wesen“ geboren, ent-faltet, ent-wickelt worden zu sein.   Wir verbleiben, was wir sind: Spirituelle Embrios.   Ist das nicht unsere eigentliche Tragödie… — […]


Vom Buddha-Lächeln

Vom Buddha-Lächeln   22.06.2010   Berührt unser Geist unser Wesen, unsere Seele, unser göttliches Selbst, so steigt von unserem tiefsten Innern ein beredt schweigendes Lächeln empor.   Das Buddha-Lächeln.


Replik auf Prof. Wissers KURZGEDICHTE

Replik auf Prof. Wissers KURZGEDICHTE 27.08.2016   HERBSTLICH Wer lauscht auf lichtes Geäst, wenn leise und sacht unser letztes Lebens-Blatt vom Lebens-Baume sich löst? Verlust? Erlösung.   NICHT ZU NAH Im „Schritt zurück“ wird Fortschritt gewahr.   REDEN Im „globalen Dorf“ twittern und simsen Menschen Welt-weit miteinander, in verkrüppelter Sprache — „mobile Sprech“. Ein endloses […]


Vom lebendigen Buddha in uns

Vom lebendigen Buddha in uns   22.06.2010   Der lebendige Buddha ruht tief in uns.   Er drängt sich nicht auf, noch fordert er Raum von uns ein.   Er ist ganz einfach da.   Mitten in uns.   Vor unserem ersten Geburts-Schrei und selbst noch nach unserem letzten Atem-Zug.   Sein Warten reicht weit […]


Von der Stille

Von der Stille 21.08.2016   Im Yoga heißt es: „Stille ist nicht der Raum zwischen zwei Gedanken oder die Zeit zwischen zwei Geräuschen.“ Und weiter: „Stille ist nicht das Ergebnis eines Bemühens. Sie kommt nur, wenn das Suchen endet.“ *   Krishnamurti spricht den qualitativen Unterschied der Stille des Yoga und unseres alltäglichen Gebrauchs im […]


Existenzielle Paradoxien

Existenzielle Paradoxien   Von der Quelle 14.08.2016     Die Quelle, wonach wir außerhalb von uns suchen, sprudelt unablässig in uns selbst.   Fragen wir ihr nach, so hüllt sie sich in undurchdringliches Schweigen.   Suchen wir nach ihr, so lässt sie sich von uns nicht finden.   Verwenden wir unseren Verstand, so endet unser […]


Existenzielle Paradoxien

Existenzielle Paradoxien   Vom Verlust-Schmerz — zwei Richtungen 14.08.2016   Normalerweise trauern die sog. „Hinterbliebenen“, die Weiter-Lebenden, die, die im Leben und am Leben Bleibenden, um den Verlust eines geliebten Menschen. Es ist des Menschen, dass er trauern kann. Eine „Richtung“ der Trauer… Aber eine ganz andere Frage ist es doch, ob der Sterbende selbst, […]


Pontifex maximus en miniature

Pontifex maximus en miniature 31.07.2016 (12:00 Uhr)   Gerade eben ist der 31. Weltjugendtag der katholischen Kirche in Krakau mit einer Messfeier vor geschätzten 1,5 Millionen Teilnehmer/-innen zu ende gegangen. Papst Franziskus wies in seinen Reden und Predigten immer wieder darauf hin, dass es in der weltweiten Realität des Krieges, des Hasses, der Zerstörung, auch […]


In Horizont-loser Zeit

In Horizont-loser Zeit   Des Menschen ist es, in „Raum“ und „Zeit“ seines Wegs dahin zu ziehen.   Wandrer zwischen den Welten — unbehaust. Pilger von Geburt an.   Aber nach seinem Tod, wes „Raum“ und „Zeit“ betritt er dann?   Ist’s das „immerwährende Nun“ des Zen, so kommt alles daher ohne ein woher seines […]


Polarität unseres Lebens

Polarität unseres Lebens 19.06.2016   Unser ganzes Leben vollzieht sich zwischen diesen beiden „Polen“: dem Ereignis; dem planvollen Tun.   Als moderner „homo technicus“ erfinden wir ständig neue „technische Lösungen“ — sei es als „Mechatronik“, sei es als „Robotronic“, sei es als „IT-Solutions“.   Als moderner „homo faber“ erfinden wir uns fortwährend neue „Lebens-Welten“ — […]


Von der Angst — doppeltes Paradoxon

Von der Angst — doppeltes Paradoxon 03.02.2016 / 19.06.2016   Die Vermeidung führt auf Umwegen zum Vermiedenen.   Die Angst als Weg-Weiser führt auf Irrwegen zum Beängstigenden.   Vermeidung wie auch Angst produzieren all jenes, was “man“ Angst-voll vermeidet.   Denn das, was man im Tagesbewusstsein vermeidet, ist im “Unterbewusstsein“ als Angst verankert.   Vermeidung […]