Beiträge von Bernhard Ruppert


Was aber ist ein Flüchtling?

Was aber ist ein Flüchtling?   03.04.2016   Ostern ist vorbei, der „Weg nach Emmaus“ ist gegangen, manche können das „Wunder“ der Auferweckung glauben, andere, wie etwa der Apostel Thomas, glauben nicht dem Wort der Jünger, sondern verlangen „handfeste Beweise“. Sie misstrauen dem Hörensagen. Deshalb müssen sie sich selbst vom Wahrheits-Gehalt einer Nachricht, einer „Sache“, […]


Umkehr wagen

Umkehr wagen   09.02.2016   Umkehr aus dem Fehlverhalten unserer Zeit ist möglich — ohne “wenn“ und “aber“     Von Abbé Pierre (1912-2007) stammt der sinngemäße Satz, dass wir, obschon wir selbst nicht außergewöhnlich sind, dennoch Außergewöhnliches vollbringen können. Umkehrung der verschiedenen Situationen von Fehlentwicklungen unserer Tage ist möglich. Wir können all jene “Sackgassen“ […]


Auf dem Weg nach Emmaus — Umkehr wagen

Auf dem Weg nach Emmaus — Umkehr wagen   28.03.2016   Zusammen waren sie am frühen Morgen in Jerusalem aufgebrochen. Hinter verschlossenen Türen hatten sie zunächst nach den Ereignissen des Pessach-Festes ihre Zuflucht gesucht, denn sie waren der Meuteund den Häschern des Herodes nur knapp entkommen. Todesangst zerfraß ihre Herzen. Die Juden Jerusalems waren auf […]


Ostern — Tod und Auferstehung

Ostern — Tod und Auferstehung menschliches Dasein im Horizont christlicher Existenz   25.02.2016   In seinem kleinen Bändchen „Gott ist kein Nostalgiker. Anstöße für die Fasten- und Osterzeit“ (2012, Herder-Verlag), setzt sich Franz Kamphaus mit dem Lebens-Sinn, dem Tod sowie der Auferstehung des Menschen auseinander. Beginnend mit dem „Aschermittwoch“ spannt er seinen Brücken-Bogen über Ostern […]


Karfreitag — Eine Liebe stärker als der Tod

Karfreitag — Eine Liebe stärker als der Tod   Eloi, Eloi, lamma sabachthani — Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen…—?! (Mk., 15,34) Die berühmten „Letzten Sieben Worte“ Jesu Christi, genau genommen, der mittlere, der 4. Satz. Von den synoptischen Evangelisten Matthäus und Markus bereits in der Septuaginta, der wohl ältesten Form der […]


Karwoche, Gründonnerstag — Ubi caritas, wo die Liebe wohnt

Karwoche, Gründonnerstag — Ubi caritas, wo die Liebe wohnt   16.03.2016   Wir sahen den Menschen in der Wüste sowie den Menschen als „Wüste“. Wir sahen die Amts-Kirche als geistliches Ideal und als desaströses Zerrbild ihres eigenen weltweiten Geltungsanspruches. Wenden wir uns nun der zentralen Wirklichkeit des christlichen Gottes-Verständnisses zu: der Liebe.   In seinem […]


Karwoche — Von der Amtskirche, „die keusche Hure“*

Karwoche — Von der Amtskirche, „die keusche Hure“*   16.03.2016   Wo Menschen sind, da menschelt es. Und es ist eine romantische Illusion zu glauben, dass — gerade weil sie Amtsinhaber und Würdenträger sind, gerade weil sie ein Amt bekleiden und an einer Würde tragen — dass sie deshalb bessere Menschen wären. Ein besserer Mensch […]


Karwoche — Von der Wüste

Karwoche — Von der Wüste   16.03.2016   In den biblischen Texten ist die Wüste der Ort der menschlichen Prüfungen, der Versuchungen, der reinigenden Stille, ein Ort der inneren Umkehr, ein Ort der Visionen, ein Ort, der Klar-Sicht, der in der Reduktion des Fastens die spirituelle Apo-Kalypse ermöglicht.   Das heißt: in der Zurück-Führung auf […]


Karwoche — Von der Wüste, die wir sind

Karwoche — Von der Wüste, die wir sind   16.03.2016   In der Wüste, die wir sind, ist alles Andere suspekt.   Das eigene Andere erleben wir als fraglich.   Den Fremden jedoch, als bedrohlich.   Das Fremde zuletzt als bekämpfens-wert.   Denn in-der-Wüste ist jeder sich selbst der Nächste — dort möchten wir nicht […]


Glücklich sterben?

Glücklich sterben?   10.02.2016   Setzt glücklich sterben nicht unabdingbar ein geglücktes, und deshalb ein glückliches Leben voraus?     Von Hans Küng (*1928), dem Tübinger Theologen und Mitinitiator sowie Ehrenpräsidenten der Stiftung “Weltethos“, stammt der Titel “Glücklich sterben?“ (Serie Piper, 30825). Es ist ein schmales, 158 Seiten umfassendes Bändchen, das Küng 2014 seinem dritten […]


Soziale Gerechtigkeit in Deutschland — Deutsche Bank kürzt Boni

Soziale Gerechtigkeit in Deutschland — Deutsche Bank kürzt Boni   12.03.2016   Deutschlands größtes Geldhaus streicht nach einem Rekordverlust von ca. 6,8 Milliarden Euro in 2015 sowohl die Dividende der Aktionäre als auch die Boni für den neuen Chef John Cryan. Dieser muss deshalb nun nicht „am Hungertuch“ nagen; er erhält ein Grundgehalt von 1,9 […]


Memento mori — die Differenz

Memento mori — die Differenz   09.02.2016   Der “Tod des Sokrates“ der topos philosophischen Lebens wie auch philosophierenden Sterbens ist 2.500 Jahre währende Kultur-Geschichte.   Der Tod meiner Mutter jedoch ist durchlebte, existenzielle Wirklichkeit.   Ersteres dient zur Erbauung — Letzteres ist durchlebter Verlust.   Ersteres ist schön geschriebener Dialog — Letzteres ist Abbruch […]


Neujahrskonzert mit Nikolaus Harnoncourt und den Wienern Philharmonikern

Neujahrskonzert mit Nikolaus Harnoncourt und den Wienern Philharmonikern, Tagebuch-Eintrag von Neujahr 2003; veröffentlicht anlässlich des Todes von N. H.   Gestern Mittag dirigierte Nikolaus Harnoncourt die Wiener Philharmoniker. Es war ein mitreißendes Konzert aus Walzer-Melodien. Zuletzt gab es die obligatorischen Blumen-Grüße für den Maestro, die Harnoncourt bewegt entgegennahm. Einen riesigen Strauß weißer Rosen. Er brach […]


Memento Mori! – Bedenke, dass Du sterblich bist

Memento mori! — Bedenke, dass Du sterblich bist   12.01.2016   Des Menschen Gegenwart ist geliehene Zukunft seines Todes.   Die Sterblichkeit der Sterblichen und die Unsterblichkeit des Göttlichen begegnen sich im Staube des Alltags.


Memento Mori – der „Schwarze König“

memento mori — der “Schwarze König“   18.01.2016   Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am dreidimensionalen Schachbrett Ihres Lebens. Sie spielen mit den weißen Figuren. Ihnen gegenüber sitzt ein Mit-Spieler. Manchmal ist er ganz klar als Gegen-Spieler, als Wider-Sacher, als De-Strukteur für Sie erkennbar. Manchmal verschwimmt aber auch sein Profil ins Unklare, ins Nebulöse, […]


Von sog. „Lärmpausen“ und anderen Rechen-Schieber-Tricks

Von sog. „Lärmpausen“ und anderen Rechen-Schieber-Tricks   14.02.2016   „Heureka!“, hört man es heutzutage allerorten ausrufen. „Heureka!! — Endlich ist es uns gelungen, „Es“ rund zu rechnen!!“ Sei es nun das ungelöste Problem der „Flüchtlings-Ströme“, sei es die sich vertiefende Kluft zwischen Reichen und Armen (auch hier in Deutschland…), sei es das globale Problem des […]


Memento Mori – das Leben als Schach-Spiel

memento mori — das Leben als strategisches Schach-Spiel gedacht   18.01.2016   Stellen Sie sich vor, Ihr Leben sei ein dreidimensionales “Schachbrett“ über viele Ebenen. Immer, wenn Sie sich zu einem neuen Lebens-Zug entscheiden, verschieben sich in der Folge dieses Zuges unmerklich die Figuren auf allen Ebenen. Es bleibt Ihnen überlassen, auf welcher Ebene Sie […]


Venezianischer Carneval # 3

Venezianischer Carneval # 3 29.01.2016   Venezianischer Carneval — Masken, Larven, Pappnasen — all überall.   Am Aschermittwoch ist alles vorbei.   Existenzielle Katerstimmung. Rückfall ins allzu Alltägliche. Rückzug ins Niveaulose. Dorthin, wo man ängstlich allzu ängstlich Maske über Maske legt — je nach Situation, je nach Vorteil — um sich nicht zu verraten. Jedoch: […]