Beiträge von Johannes Chwalek


dass er dran dachte –

dass er dran dachte – oh ja immer wieder war’s doch wenn sie ihm schreibt sich artig bedankt will er gleichfalls nett und freundlich sein  


herder lesen, 1

herder lesen, 1   was verlor ich nicht in gewissen jahren die leichtsinn und phlegma   verstiegen rangsucht an toten punkt geheftet in den engen kreis   wie klein eingeschränkt wird endlich der ganze geist tritt einmal heraus   wo das feste land die ich fürchtete liebte seele wie wird’s dir  


Der gott des ernstes

Der gott des ernstes   Der gott des ernstes Der abgelegten träume Nüchternen handelns   Wie weit wirst du gehn Dass ich die leere spüre Nach der bitterkeit   Innre aufschwünge Ganz zurückverloren dass Kleinster strahl noch blitzt   Dass lebensreste Die alte würde wahren Vor der dunkelheit  


außerhalb der zeit

  außerhalb der zeit   außerhalb der zeit finde ich unsren teetisch in jugendschöne   stehst du vor mir lang behaart und ohne brille drückst du mir die hand   dem leicht gebeugten bebrillten spärlichen haars wo ist der junge   der nach den schluchten- rosen kühn gehascht und wo sohnesstatt erfüllt


glänzende stille

glänzende stille   wenn du nichts mehr wärst nirgendwo und ausgelöscht oder auch noch bist   realer albtraum dieser ganze rest an zeit keine hand kein wort   damals gestiftet zu meinen feiertagen glänzende stille


dir zur mitte hin

dir zur mitte hin   dir zur mitte hin alles liegt nun an mir selbst ich will bei uns sein     jahre pfeilgeschwind wo der mühsale viele neu mit dir im bund     dein gespräch suchen himmelschreiender traum triff glücklich ohne fahr     und wie wird das sein nicht die zeiger mehr […]


der leiseste ton

der leiseste ton dass er forthallt in die zeit zu dem schönsten klang als du mir die teetasse – bostoner tea party – gabst


erbitt‘ ich deinen trost

erbitt‘ ich deinen trost   jahrzehnte belehrten mich dein blick in die offene flanke des seins – deines seins wie nun auch meines   doch sei getrost freund ruf ich dir heute zu hatt’st du mich doch auf die spur gesetzt   wie nun auch ich unsre freundschaft gelobt erbitt‘ ich deinen trost vor der […]


Franz Josef Schäfer: Einmal Theresienstadt und zurück.

Franz Josef Schäfer: Einmal Theresienstadt und zurück. Familie Lansch wehrt sich gegen die Nazis. St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag GmbH 2019, 158 Seiten, 23 Abb. ISBN 978-3-86110-746-0, 12,90 €   Johannes Chwalek   Franz Josef Schäfer beschreibt ein außerordentliches Detail der Holocaust-Geschichte: Dem Wehrmachtssoldaten Hans Lansch (1906-1990), nach der Diktion der Nationalsozialisten ein „Mischling ersten Grades“, […]


lebt’ ich wie götter

lebt’ ich wie götter   dir zu sagen wärs nie mehr habe ich seitdem solch unbeschwerte   stunden des erzäh- lens erlebt ich bin kein le- ser mehr zu unsrer zeit   saß ich hingegos- sen mit einem buch – vorbei gespenster krallen   sich an die bücher immer frechre gebärden lebt’ ich wie götter


grubst du erinnrung

grubst du erinnrung   abends im schlafsaal stefan georges gedicht totgesagten parks   uns vortragend mit emphase das tiefe gelb das weiche grau die   letzten astern nicht vergessend geheimnisvoll neu vielversprechend   grubst du erinnrung herrentum und heiterkeit fürs nüchterne jetzt


spätes verstehen

spätes verstehen   wir sprachen einmal über das buch – jahrzehnte gingen drüber hin   das werk sei dir fremd meintest du – auch ich fand nicht den rechten zugang   heut ist es anders was uns betraf bewegte ist der gegenstand   dein wesen öffnet die türen – du beriefst mich wurdest heiterer   […]


wahrheit entgegen

wahrheit entgegen   ins zimmer treten zu unsrer alten freundschaft nichts davon vorbei   dabei wär es zeit jahrzehntelange trennung hienieden drüben   meine schriften dir zu zeigen ging mein atem dass noch eine spur   denn schien es dir nicht dass ich ein verlorner war wahrheit entgegen


winke und zeichen

winke und zeichen   inauguration eingeladen vom meister dessen lebensweg   er schreiben würde – lang schon ist er ohne ihn der sein freund wurde   damals war er jung der ehre der einladung noch kaum gewachsen   der meister ahnte vollendeter jüngerschaft winke und zeichen


abgehetzter mann

abgehetzter mann   abgehetzter mann noch eine zweite tasche in verschwitzter hand   ärger bei der bahn störung im betriebsablauf kundenroutine   eine tüte chips mittagessen-illusion am kalten bahnsteig   pflichten haben und überhäuft sein mit ihnen – weise ist das nicht


Juana in Mexiko

Juana in Mexiko   Die Berichte über deinen Aufenthalt in Mexiko haben deine Arbeitskollegen in Deutschland teilweise gefesselt, sagte ich zu Juana und verwies auf eine Frau, die ihre, Juanas Zeilen, sogar an ihren Arbeitsplatz mitgenommen hat, um während mechanischer Verrichtungen immer wieder den Blick darauf werfen zu können, teilweise aber auch befremdet wegen ihrer […]


Die Stiftskirche

Die Stiftskirche   Das Buch des Papstes, das im Schaufenster einer Buchhandlung in der Nähe der Stiftskirche auslag, zeugt von der wissenschaftlichen Bildung seines Autors, sagte ich zu Juana. Erst skizziere der Papst den Forschungsstand über Jesus von Nazareth, gehe dann auf eine bestimmte Forschungsmeinung näher ein, kritisiere sie und stelle eine eigene These dagegen, […]


blüht nach jahrzehnten

blüht nach jahrzehnten beiläufig gesprochnes wort bittersüßer duft   reißen möge es mich ein- mal noch über die grenze