Beiträge von Johannes Chwalek


die hohen decken

die hohen decken der großen säle anders ging mein atem – dass ich ihn mir zum meister nehm wieder der bin der ich war  


cupido dein pfeil

cupido dein pfeil ist legion sichre sache ich zieh ihn heraus betrachte ihn und denke mir geschichten dazu aus  


spuren zu setzen

spuren zu setzen   spuren zu setzen nicht ausgelöscht sein bei den kommenden – dass sie es sich zur freude machen sich meiner zu erinnern   denn auch noch im tod will ich gegenwärtig sein – bezogen hierorts – und will solange es geht mitsingen im erdenchor   mag sein ich lache drüber wenn ich […]


das werk wie ein dach

das werk wie ein dach dass dein blick drauf gerichtet dein sinn es erwägt wie schon einmal in der zeit da ich noch ein knabe war  


liebst du am ende

liebst du am ende die sphäre die noch erstrahlt denn was frommt noch das alte herrliche wesen birgt sich in den äther hin    


nebel deckte nie

nebel deckte nie das fernabliegende land der studienjahre welche kräfte die der zeit zum meister sich erheben  


meine mutter starb

meine mutter starb ich musste in die abtei in die studien dort befand ich mich wohl – such mit dem mühlstein zu tanzen  


es war eine zeit

es war eine zeit wo ich gleichmütig lebte im takt der stunden – und mehr als das: in allem vibrierte stiller jubel  


es war eine zeit

es war eine zeit wo mein kindlich wort im ohr des freundes gewann währe was einst gewesen tauche in stehendes jetzt


bekenntnis eines nachtmenschen

bekenntnis eines nachtmenschen   ich bin ein abendmensch mehr noch ein nachtmensch der morgen ist für mich schlimm und mittags muss ich schlafen   am nachmittag strecke ich mich die lebensgeister suchen mich nun kann der tag beginnen ich werde eleganter   nachts freu ich mich des daseins die ideen schmeicheln mir ich setze an […]


Es war eine Zeit

Es war eine Zeit, wo im Speisesaal unser Geschirr klapperte. Der Kameraden denk ich, allein vor meinem Teller.


besäß‘ ich alles

besäß‘ ich alles deine alte wohnung die freiheit nach meiner façon um glück zu werben fehlt‘ mir immer etwas: du  


siebziger ade

siebziger ade   die vw käfer kassetten plattenspieler große hemdkragen   die bunten kleider großflächige tapeten rot und schwarz und gelb   der körper spielt‘ mit zwei stufen gern auf einmal haar wippt‘ schulterlang   die lehrer rauchten im lehrer-raucherzimmer bald pflegte auch ich   edlen pfeifenschmauch das leben lag noch vor mir siebziger ade […]


die blaue stunde

die blaue stunde in der abenddämmerung nimmt dir die larve vom gesicht – schwebender hauch kaum noch rührt dein fuß den grund  


der sommer der mich

der sommer der mich trägt geschah in meinem lenz vereintes leben rann in freudigem lauf zu des himmels brennendem blau  


wir wähnten uns frei

wir wähnten uns frei von früheren krankheiten und alten kriegen bis die vergangenheit sich unsrem starren blick empfahl  


von ferne steh ich

von ferne steh ich wenigstens der zeichenstift sammelt wirklichkeit euch ihr farben weis ich an sprüht in alle himmel ein


wahrhaftig: das bild

wahrhaftig: das bild des dichters fesselte mich  dir konnt ich’s sagen schenktest mir die ablichtung friedrichschillersiegfriedschramm