GEFÄHRTENSCHAFT
Thomas Berger GEFÄHRTENSCHAFT in memoriam S. G. Einen Sternwählenauf dem Lebenspfadnicht verharrenerdenschwer Verlockungendes Tieflandssubstanzlosder Verachtungwert Stiefeldes Geistesschnürenpilgernzur Schönheit
Thomas Berger GEFÄHRTENSCHAFT in memoriam S. G. Einen Sternwählenauf dem Lebenspfadnicht verharrenerdenschwer Verlockungendes Tieflandssubstanzlosder Verachtungwert Stiefeldes Geistesschnürenpilgernzur Schönheit
Thomas Berger TIEFLAND Steilragte emporzu ihren Füßender Berg Furchtergriff siewenn manchmallockend er rief Vertrauenschenkte siestets nurdem Tale Gefahrlos lebte sie dortatmetefrei Einmal jedocherstrahltevom Gipfelein Glanz Betörteihr Herzsie schnürtedie Stiefel Leichtkam sie voranfern schondie Ebene Plötzlich indesschwanddes GipfelsZauber Eilendskehrte sie umledigder Täuschung
Thomas Berger BEINAHE Kannfragte er sichder eine Traumlang gehegtjemalsWirklichkeit werden Niemalssagtevon Mal zu Malhellwachunerbittlichdie Wirklichkeit Einmal jedochdie Hoffnungglomm weiterschwiegschläfrig gewordendie Wirklichkeit Gleichloderten aufWandlung vor Augendie Flammender Hoffnung Der Hitzeabholderwachtedie Wirklichkeitgriff raschnach dem Zepter
Thomas Berger INSELLEBEN Wenn im Abendrotdie Sonne ins Meer gleitet,steigt Wehmut empor. Auf BuhnenpfählenScharen von jungen Möwen ̶ Konkurrenzkämpfe. Wellenspiel am Meer.Lustvoll den Sommer atmen.Goldene Tage. Das hohe Schilfgraslässt willig sich liebkosenvon Inselwinden.
Thomas Berger IN SCHRANKEN Hoch über der Ebenewähnt sichder Wächter Sendetsein Lichtallen Winkelndes Tages Verborgen indesbleibender SeeleTiefen Verstandunterliegtden Träumender Nacht
Thomas Berger AM GELÄNDER Vertrag dichsagen siemit den Spielkameraden Hüte dichsagen sievor der Sonne Treib voransagen siedeine Karriere Meidesagen sieNikotin Schütze dichsagen siebeim Intimkontakt Akzeptieresagen siedein Geschlecht Beteilige dichsagen siean Unterhaltungen Sei ehrlichsagen siezum Finanzamt Respektieresagen siedie Verfassung Verteidigesagen siedie Nation Bleib berechenbarsagen siein deinen Ansichten Spendesagen siefür Bedürftige Gib preissagen siedeine Daten Sei du […]
Thomas Berger INNEWERDENDer Schriftsteller Johannes Chwalekund das Bensheimer Konvikt Wer mit den literarischen Arbeiten des Mainzer Gymnasiallehrers und Autors Johannes Chwalek vertraut ist, weiß um das sowohl in seinen regionalgeschichtlichen als auch in den erzählenden und poetischen Texten häufig wiederkehrende Motiv des Bischöflichen Knabenkonviktes in Bensheim. Johannes Chwalek verbrachte dort in den Jahren 1970-1976 die […]
Thomas Berger RUF Was tief uns bewegtwas festzuhaltenwir innig wünschenauch dies versinktim Abgrund der Zeit Eins nur vermagzu bewahrenAbglanz und Echowenn stark genugdas Erinnern Was wir ersehnen und schuldhaftversäumen indesverloren bleibt esfür immer
Thomas Berger SVENJAS GROLL Svenja Jensen, früh verwitwet, hatte vor einigen Jahren ihre Tochter Liv, das einzige Kind, durch einem Verkehrsunfall verloren. Die hochgewachsene Mutter war ihr Leben lang bei guter Gesundheit gewesen. Eines Tages jedoch begann die Mittfünfzigerin an Bauchschmerzen zu leiden, die in recht kurzen Abständen wiederkehrten. Sie hatte eine Reihe von Arztpraxen […]
Thomas Berger SÜDLICHER MORGEN Beinahe berühren sich Wolken und Meer Wind und Wogen mit der Stille vermählt Labsal der Symphonie aus Grün und Türkis Ferne und Nähe miteinander versöhnt
Thomas Berger, Im Schatten unserer Tage. BetrachtungenM.-G.-Schmitz-Verlag, Nordstrand 2023 – Auszüge – HENKERSMAHL Die alte Sitte, einer zum Tode verurteilten Person ein letztes Mahl nach ihren Wünschen zu genehmigen, wird noch immer praktiziert. Der Kriminologe Hans von Hentig (1887-1974) sah in ihr einen Akt der Versöhnung zwischen dem Verurteilten und den Vollstreckern der Strafe. Denkbar […]
Thomas Berger SCHAURIG Ein Gewittertobte am FensterBlitze zuckten Schwarze Dämonenin Gestaltvon Fäden tanztenwild umher Lachen aus Blutfülltentückischdas Auge Der Körper muss ruhender Geistentbehrendie Bücher
Thomas Berger WERKGESCHICHTE Was geschaffenin all den Jahrender Zerstreuungist es geweiht Was geschaffenin all den Jahrendem Vergessen fällt es anheim Dann jedochdie WendeEiner wehrtder Zerstreuung Dann jedochdie WendeEiner rüstetgegen das Vergessen Mondenlangim Gehäussichtet erSchriften Mondenlangim Gehäushebt er emporderen Geist Der Freund
Thomas Berger GABEN Noch immersuchendie Wortemich Klopfen sie anentbiete ichihnenein Willkommen Neigedas Hauptfreudigund dankbar
Thomas Berger LABYRINTHISCHE WAHRHEITÜber den Engländer Thomas Browne ̶ Beginn des Essays ̶ Am Beginn und an der Neige des 17. Jahrhunderts war zweimal der 19. Oktober ein besonderer Tag: 1605 wurde in London nach dem Urteil des amerikanischen Drehbuchautors Tony Kushner (geb. 1956) „ein Schriftsteller von außerordentlichem Genie“ (1) geboren, 1682 starb er an […]
Thomas Berger BEGLÜCKT Stillbetetein Mönch In Stillemündetder Tag Eine Mutterstilltihr Kind
AUFWIND Vom Brot der Ebene nährt Tag um Tag die Seele sich Klaglos wandert sie hin ersehnt doch Früchte der Höhe Manchmal trägt sie der Liebe Luftstrom empor
Jennifer H. Weber / Thomas BergerGEBORGEN IM ZEITENSTROM. Haiku-Dialogeedition federleicht 2023 ̶ Auszüge ̶ Sie: So jung war mein Blut,als ich dich kennenlernte.Argloses Staunen. Er: Ein leises Spüren,da wir uns begegneten,des stillen Brodelns. Sie: Nur eine Zugfahrt:so schicksalhafte Reisezu unserm Anfang. Er: Einst ahnte ich nur,in dem kleinen Zugabteil,dass Großes begann. Sie: Welch Augenblicke!Ich […]