Beiträge von Richard Wisser


VERSTÄNDNIS, NICHT NUR VERSTAND

VERSTÄNDNIS, NICHT NUR VERSTAND   Wo ist die Brücke, der Steg, der Einlass, das Tor? Wer kennt die Losung, das Wort, das Zutritt verschafft und eint, was getrennt ist?   Zugang zu finden, nur dem Verstehen gelingt`s, sich an die Stelle des Andern, ohne Verzicht auf das Eigne, zu setzen.   Zeig’ ich Verständnis, mitnichten […]


WIE KINDER SIND

WIE KINDER SIND   Wie Kinder sind? Ihnen genügt ein Ball. Doch sie tragen den Erdball in Händen.   Ach, würden sie niemals wie wir! Ihr Blick auf den andern gerichtet, der mitspielt … Behenden Laufs, hurtig, bereit, den Ball auch dem andern zu gönnen, dem Partner.   Wie Kinder sind! Würden doch wir wie […]


… UND IMMERFORT BILDER

… UND IMMERFORT BILDER   Bilder, all überall, sie „fallen ins Auge“, in Museen zumal, doch allerorts allzeit Bilder, Briefmarken, klein, Plakatwände, riesig, Bilder, so oder so, sei’s mit oder ohne Rahmen, auch hinter Glas, in Öl, sei’s als Foto.   Bilder jeder Couleur, an Bauten, in Kirchen, hier und dort Mosaik, verschieden, nach Technik, […]


GEDICHTE SIND IMMER IM OF

GEDICHTE SIND IMMER IM OF   Gedichte sind nichts für die Rampe, Applaus für im Scheinwerferkegel Beleuchtetes ist ihnen fremd.   Verbannt selbst von Feuilleton-Seiten, es sei, ihnen fiele zum event was ein, findet niemand sie dort.   Gefragt, ob dies für oder gegen sie spricht, lässt sich ohne Gedichte nicht sagen, erfährt, wer sie […]


GLEICHES BESCHRÄNKT UNS DIE SICHT

GLEICHES BESCHRÄNKT UNS DIE SICHT   Von Meinesgleichen sprech’ ich bisweilen, obwohl nur Ähnlichkeit herrscht. Zwar ist das Selbe sich gleich, doch das Gleiche ist niemals das Selbe.   Ich mag in manchem anderen gleichen. Gewiss, es gibt, was sich gleicht. Trotz Gleichheit vor dem Gesetz, gleichem Lohn gleicht kein Ich einem andern.   Regiert […]


Aufs Ganze Gesehen

AUFS GANZE GESEHEN   Es drehn sich im Kreis die Zeiger der Uhr, bewegt und geführt von Feder und Achse.   Wohl dem, dem’s so geht, der rund um die Uhr, gezielt und gespannt, auf Draht und auf Trapp ist!   Doch bleibt unterwegs ein jeder für sich. Nur scheinbar, für kurz, gelingt die Begegnung. […]


IN EINS UND ZUSAMMEN? DAS GANZE ERST EINT

IN EINS UND ZUSAMMEN? DAS GANZE ERST EINT   Es fügt sich zusammen das Viele in eins, auch Anfang und Ende jeweiligen Seins.   Die Starrheit der Fugen, ihr Zapfengesteck, vereint zwar Getrenntes, sie bringt nicht vom Fleck.   Zwar hält derart Bindung, verzahnter Verein. Doch fasst solche Passform lebendiges Sein?   Be-wegung, Ent-sprechung, statt […]


VOR ORT UND IN DER ZEIT

VOR ORT UND IN DER ZEIT   Es fängt kein Netz die Zeit, stets schlüpft sie durch die Maschen. Es grenzt kein Ort den Raum, er passt in keine Taschen.     Zwar bringt ein Metronom der Zeit Facon und Takt bei. Sie bleibt trotzdem sie selbst, hält sich und uns den Weg frei.   […]


DER ZWEIFACHE KREIS

DER ZWEIFACHE KREIS   Im Kreis schließt der Anfang das Ende in sich, ist Rückkehr zum Ursprung kein Gegen-den-Strich.   Solch Kreis ist zu zeichnen. Doch gibt es solch Sein, den Abschied, der heimkehrt, getrennten Verein?   Bewegung, die endlos in sich sich verschlingt, Entfernung, die ausgreift Und Nähe erbringt?   Im Leben ist’s anders, […]


SAGEN, WAS SAGBAR IST?

SAGEN, WAS SAGBAR IST?   Ist’s das Unsägliche, das mir am Herzen statt auf der Zunge liegt, das mich wie Blut durchpulst, mich in Bewegung hält, was mir zu denken gibt, doch mich zu schweigen heißt und mich erfahren lässt Grenzen der Sprachlichkeit?   Vor dem Geäußerten schließen die Dinge Poren und Augenschein, halten den […]


HEILIGE EINFALT, WIE TÖRICHT!

HEILIGE EINFALT, WIE TÖRICHT!   Einzig der Einfalt gelingt es, Antwort zu geben im Nu, einfach und ohne die Skrupel, die jeder Rede misstraun.   Einfalt spürt, was zugegen, rügt sich in solches, was ist, hält ohne Vorbehalt Einkehr, nimmt ohne Harm, wie es kommt.   Folgsam natürlicher Regung, ohne Befehl und Geheiß, lässt sie […]


SOZUFRAGEN

SOZUFRAGEN   Es gibt Fragen, die ein ganzes Leben lang, uns aufgegeben, sie zu stellen in der Hoffnung, dass uns Antwort jemals wird gegeben.   So zu fragen, harrend der Entsprechung, fordert langen Atem, warten können, aufgeschlossen, unverdrossen auf der Suche bleiben.   Was das heißt? – Wie lang gesuchte Reime, deren Ton und Klang […]


NACH EPICHARM

NACH EPICHARM   Gelenke hat auch der Geist, wenn er spurt. Nüchternheit führt ihn. Misstrauen übt er.   *   Bei Licht besehen: Alle Menschen sind von Natur – Bälge, aufgeblasene.   *   Du meinst, du seist im Reden mächtig, und bist doch einzig nicht fähig zu schweigen.   *   Denken, wenn es […]


VERTRAU’ NICHT DEN BILDERN!

VERTRAU’ NICHT DEN BILDERN!   Oft streuen Bilder mir Sand in die Augen, zerstreuen den Blick, lenken ab vom Gesicht.   Staunendes Schauen verkommt im Gehabten. Statt Tiefsinn der Welt fesselt Firnis und Ganz.   Oder Konstrukte und Installationen vollführen, gestelzt, ein Debüt der Regie.   Schließ’ ich die Augen, wird’s dunkel im Innern. Erschließt […]


WAS LEHRT UNS DIE NACHT?

WAS LEHRT UNS DIE NACHT?   Kaum, dass die Lichter erloschen, versinkt, was uns getrennt, die Welt gerinnt.   Schließ’ ich die Augen im Dunkel, gleichviel, öffne ich sie, es hält mich nichts.   Wer wohl vernimmt, wenn das Auge versagt, wie’s um uns steht, wohin es geht?   Nächtlich, im Dunkeln, spurt, lauschend, das […]


ORPHEUS, DEIN LIED TROTZT DER ZEIT!

ORPHEUS, DEIN LIED TROTZT DER ZEIT!   Ist, was vergangen, vorbei? Kehrt denn kein Echo zurück aus der Vergangenheit Sog? Orpheus, dein Lied trotzt der Zeit!   Rette die Liebe ins Wort, gib ihr die Bleibe im Lied, halt’ das Vergangene fest in der geformten Gestalt!   Denn, was uns ankommt, vergeht, glänzendes Leuchten verblasst, […]


ICH FRAG’ MICH MANCHMAL

ICH FRAG’ MICH MANCHMAL   Genügt die Frage? Bringt sie zu Tage wirklich die Lage? Weshalb, wozu?   Was hilft’s, das Flirren, Girren und Irren mühsam entwirren, die Tür bleibt zu.   Für’s Zweckbetonte, täglich Gewohnte, füglich Belohnte Verstand reicht zu.   In derlei Breiten herrscht selbst beim Streiten Vergleich der Seiten im Ab und […]


WORAUF ES ANKOMMT

WORAUF ES ANKOMMT   Nicht dadurch endet die Not in der Welt, dass man die Zeitung abbestellt.   Nur derart, dass man zu helfen bereit, wo es auch sei und jederzeit.   Gewiss, je größer, je besser, doch oft hilft schon ein Lächeln, unverhofft.   Schön klingt’s zu sagen ein Hü! und ein Hott! Hilf […]