Beiträge von Thomas Berger


MÖWEN IM GLEITFLUG

  Auszug aus: Thomas Berger, MÖWEN IM GLEITFLUG. Haiku 2. Aufl., Kelkheim 2000, Seiten 18, 19, 23, 73   Die Morgenröte strebt zur Sichel des Mondes – glückliche Reise   *   Abenddämmerung. Durch die Föhren streicht der Wind, atmet Ewigkeit.     *   Zwischen den Zeilen bilden die Worte ihr Heim – neben […]


DAS ZEPTER DER NYX

Thomas Berger, DAS ZEPTER DER NYX. Materialien zum Lobpreis der Nacht Kelkheim, 1998, Seiten 13, 20 und 108   Nachtbläue und Tag wechseln beständig im Erdkreis. Das harmonische Schauspiel der Natur zu betrachten und nach Art der Wissenschaft zu zergliedern, genügte den Alten nicht; sie gelangten vielmehr zu dessen Deutung: Die Nacht geht dem Tag […]


MORGENFELS

  Thomas Berger, MORGENFELS. Prosa-Miniaturen Kelkheim 1993, Seiten 28, 33, 50 und 57   Ein kalter Herbsttag. Sturm beugt den Sanddorn. Am Horizont trauern die Wolken. Von Süden fällt Sonnenlicht ein. Der alte Gott malt noch einmal den Bogen.   Kostbare Worte sind scheu wie ein wildes Tier. Sie werden im Schweigen geboren und kehren […]


IN STEIN GEMEISSELT

    Thomas Berger: IN STEIN GEMEISSELT. Aphorismen, Kelkheim 2014 Auszug, Seiten 20, 21, 24, 41, 43   Vertraue ruhig dem Denken anderer, aber überlasse es ihnen nicht. * Gepriesen der Mensch, dessen Geist –dem Bergkristall gleich –zu Klarheit emporwächst. * Wenigstens die allerletzten Worte an einen Sterbenden sollten wohldurchdacht sein, damit sie als Wegzehrung […]


HUMUS

  Thomas Berger, HUMUS aus: Aufbruch. Eine Auswahl neuer deutscher Lyrik Czernik-Verlag, Edition L , 2013, Seite 28     HUMUS Ich brauche dieses Einsamsein wie Wasser und wie Brot   Wo niemand meine Wege kreuzt wo Stille mich umfängt   Ich brauche dieses Einsamsein damit mir Worte blühn


ENDLICH LUFT HOLEN

  Thomas Berger, HAIKU, Auszug aus: ENDLICH LUFT HOLEN, hrsg. von Ingo Cesaro, Kronach 2018, Seiten 3, 46 und 55 Beim Sprint fehlten ihr Bruchteile von Sekunden − nun atmet sie durch.   Aussicht auf Ruhe bietet dem Lebensmüden die Überholspur.   Er war versessen, zu den Fahnen zu eilen − nun Totenstarre.


AUFBRUCH

  Thomas Berger, AUFBRUCH, aus: Freiheit grenzenlos, Anthologie 2014 des Freien Deutschen Autorenverbandes Hessen e.V., Edition Blaue Feder, S. 168   AUFBRUCH   Ein Mann, der mehrere Nächte hintereinander zu wenig Schlaf gefunden und folglich die wache Zeit recht missgelaunt verbracht hatte, erwachte eines Morgens erquickt nach ausgiebiger Ruhe. Beseligt wechselte er noch einmal die […]


Eisblau. Ein Porträt

  Auszug aus: Thomas Berger, Eisblau. Ein Porträt, Edition Fischer, Frankfurt am Main 1996   Sebastian zog die Tür fast lautlos in Schloss, denn es war Nacht geworden, und trat in die kühle Septemberluft. Schwerelos war sein Schritt, und obwohl er gewöhnlich um diese Zeit längst schlief, war er froh, das Angebot, nach Hause gefahren […]


LARVENTANZ

    Auszug aus: Thomas Berger, LARVENTANZ. Gedichte, Edition Anthrazit 2009, Seite 41   WAGNIS   Einmal noch die Lavendelblüten auf dem Plateau von Albion   Einmal noch das Fleisch der Papayamelone nach einem Festmahl in Kelaniya   Einmal noch die Sandsteinberge von Hurghada aus   Einmal noch das Magnificat der Mönche in Solesmes   […]


Orte und Worte. Impressionen

  Auszug aus: Orte und Worte. Impressionen, edition federleicht, Frankfurt am Main 2016   Thomas Berger   AUF GRÖNLAND   Du bist von allen Inseln die größte Ich bin beglückt dein winziger Gast   Gletscher kalben ins Meer Helle des Tags und bei Nacht   Ich staune über ungeheure Stille Machtvoll noch wenn Eismassen krachen […]


Vom Strahlen Lualmas

  REZENSION von Thomas Berger Vom Strahlen Lualmas Eine erhellende Geschichte   Ein Gegenstand, der lebendig ist – welcher realistische Mensch würde da nicht den Kopf schütteln, die Sache als Widerspruch geringschätzen und sich selbstgewiss wieder der hellen Welt des Verstandes zuwenden, wie sie seit der Epoche der Aufklärung in hohem Ansehen steht? Doch das […]


AM LEBENSFADEN. 88 Haiku

    aus: Thomas Berger, AM LEBENSFADEN. 88 Haiku Neue Cranach Presse Kronach, 2015 Ein Glücksempfinden – lächelnd entwindet es sich sprachlichen Fesseln. * An Brombeerzweigen neue und alte Blätter harmonisch vereint. * Einzig zur Freude die zarten Herbstzeitlosen. Gift erst im Frühjahr. * Oktobersonne. Zwei Admirale gaukeln über dem Fallobst. * Abend aus Seide: […]


MENSCH UND HUND Eine kleine Kulturgeschichte

    Beitrag aus: HERBSTBLÄTTER. Lesenswertes für die ältere Generation Kelkheim, Nr. 38 / 2018   MENSCH UND HUND Eine kleine Kulturgeschichte   Hunde sind ein beträchtlicher Teil unserer Lebenswirklichkeit. Wir begegnen ihnen allerorten und mittlerweile auf allen Kontinenten. Wer in Kelkheim unterwegs ist, trifft stets auch Menschen in Begleitung ihrer Hunde. Allein in Deutschland […]


Auszug: GARTEN WILDER ANMUT, Edition L 2012

  Thomas Berger Auszug: GARTEN WILDER ANMUT, Edition L 2012   STILLEBEN   Leuchtendweiße Häuser mit glühendem Hibiskus   Schwungvoll gehörnte Ziegen unter behäbigen Tamarisken   Goldener Wein aus bemalten Amphoren   Azurblauer Himmel über glitzerndem Meer   Samos Eiland des Glücks     POETENBRUNNEN   In deinem weiten Garten wilder Anmut war ich Gast […]


Gutenberg und die Reformation – ein folgenreiches Bündnis

  AUSZUG: Gutenberg und die Reformation – ein folgenreiches Bündnis                   edition federleicht, Frankfurt am Main 2018 Die Erfindung des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckerpresse durch JohannesGutenberg (1400−1468) erwies sich als ein wesentliches Unterstützungsmoment der reformatorischen Bewegung. Die Möglichkeit, Flugblätter, Schmähschriften, Bücher und Bibelübersetzungen zu drucken und im ganzen Heiligen Römischen Reich zu […]


PILGRIM

  Auszug aus: Thomas Berger, Pforte zur Rückkehr. Gedichte, Edition L, 2010     PILGRIM   Dient der Sprache   ergründet sie in Wanderschuhen   achtet genau auf sumpfiges Gelände   hört betrachtet verweilt   schätzt das Schweigen   sucht Worte die tragen auf Pfaden zum Verstehen   das Gedicht   *   REISE   […]


Einkehr in die Nacht.

  Auszug aus: Thomas Berger, Einkehr in die Nacht. Haiku, 2000   Morgenwaldstille. Ich wandere unbeschwert, in Dunkel gehüllt.   *   Wundersame Nacht, du ziehst mich in deinen Bann ganz ohne Farben.   *   Wie Sonne der Nacht entwächst das Wort dem Schweigen – uralte Ordnung.   *   Im Sonnenwagen reisen wir […]