Beiträge von Thomas Berger


GABEN DES SOMMERS

  GABEN DES SOMMERS – eine Erinnerung an Matthias Claudius Jeder ist seines Glückes Schmied, lautet eine bekannte sprichwörtliche Redensart. Das Vertrauen des Menschen auf sich selbst, auf seine Fähigkeiten und Leistungen, ist kein neuzeitliches Phänomen. Das zitierte Sprichwort geht auf ein Gedicht aus vorchristlicher Zeit zurück, das dem römischen Konsul Appius Claudius Caecus zugeschrieben […]


IDENTITÄT UND WANDEL

„… worin noch niemand war: Heimat.“ (Ernst Bloch) Identität und Wandel – aktuelle europäische Herausforderungen. Vortrag zum Europatag (Auszug) IDENTITÄT UND WANDEL   In der Formulierung des Themas erscheinen die Begriffe Identität und Wandel. Sowohl personale Identität, die Übereinstimmung des Einzelnen mit sich selbst, als auch überindividuelle Identität, beispielsweise das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer Nation, entwickeln sich […]


„… den engen Nationalismus überwinden“ (Konrad Adenauer). Der Weg Deutschlands zum europäischen Friedensprojekt

Schluss-Passus des Vortrags am 16. Mai 2019 im Plenarsaal des Rathauses Kelkheim mit dem Thema: „… den engen Nationalismus überwinden“ (Konrad Adenauer). Der Weg Deutschlands zum europäischen Friedensprojekt Zuletzt ein persönliches Wort: Wir haben allen Grund, der Europäischen Union mit Zuversicht zu begegnen. Zweifellos gibt es ernstzunehmende Kritikpunkte, beispielsweise die Tendenz zur Überregulierung oder die vom […]


MAIENGABE

  Thomas Berger: GEDICHTE −Auswahl aus dem FDA-Hessenrundbrief 2019 MAIENGABE Nach kühlen Tagen da spröde war die Helle und freigebig der Regen   Strömt golden das Licht über lebenshungriges Laub und willige Blüten   Im lauen Wind tanzen anmutig die Blätter meiner jungen Birken   Lächelnd betrachtet von leichtem Gewölk das gelassen vorüberzieht   POETENWEISE […]


GEDULD ALS NACHFOLGE

GEDULD ALS NACHFOLGE   Geduld − was ist das? Ist sie eine Frucht des göttlichen Geistes, wie wir im Galaterbrief, Kapitel 5, Vers 22 lesen, oder das Resultat eines Tricks, mit dem eine Herrschaft uns aufruft, alles und jedes zu erdulden, wie der Schriftsteller Johann Gottfried Seume meinte, der sich im 18./19. Jahrhundert gegen klerikale und […]


IM GLÜCK

    IM GLÜCK   Lächelnd empfängt mich dein Auge   mein Morgen   Schirmend wärmt mich dein Herz   mein Tag   Schweigend spricht mir dein Mund   mein Abend     aus: Thomas Berger, Am Wegesrand. Einkehr im Garten der Worte Edition Märkische LebensArt Storkow (Mark) 2017, Seite 182


WERKTAG

  Thomas Berger, Erzählung, aus: Freiheit grenzenlos, Anthologie FDA Hessen, Edition Blaue Feder, Dieburg 2014, Seiten 167/168   WERKTAG   Ein Mann fortgeschrittenen Alters, der viele Jahre lang seinen Dienst vollkommen zuverlässig und also, ohne auch nur den kleinsten Tadel auf sich zu ziehen, verrichtet hatte, erschien eines Morgens nicht im Büro. Die anwesenden Angestellten […]


EIN URALTES VOLK

  ERZÄHLUNG von Thomas Berger: EIN URALTES VOLK Unlängst wohnte ich in der Landeshauptstadt einem ungewöhnlichen Vortrage im Institut für Völkerkunde bei, über den zu berichten gewiss von allgemeinem Nutzen ist. Der Redner, ein kleiner, grau gekleideter Herr, versprach Einblicke in die vieltausendjährige Geschichte seinesVolkes.Er  zeigte sich erfreut angesichts der großen Zuhörerschaft; denn es gebe, stellte er […]


Toleranz bei Gotthold Ephraim Lessing – Ein Problemfall

  AUSZUG aus dem Essay von Thomas Berger: Toleranz bei Gotthold Ephraim Lessing – Ein Problemfall   Zur Entstehungsgeschichte des Dramas Nathan der Weise   Wer klären möchte, was Toleranz ist, und deshalb die Geschichte der Interpretation dieses Begriffes betrachtet, wird unweigerlich auf GottholdEphraim Lessing (1729  ̶ 1781) stoßen. Der Schriftsteller und Kritiker entwickelte in seinem 1779 […]


THEODOR STORM ALS DICHTER

Thomas Berger über: THEODOR STORM ALS DICHTER Auszüge Obgleich Storm erst mit 63 Jahren aus dem Dienst schied, brachte er seinem Beruf als Jurist keine ausgeprägte Neigung entgegen. 1858 klagte er in einem Brief an den Landschaftsmaler Hermann Schnee (1840−1926): „Die verfl. Acten werden mich doch vor der Zeit tödten; wer den Drang zu einer […]


GRAZIE UND INTUITION

Auszüge aus: Thomas Berger, GRAZIE UND INTUITION. Zur Aktualität einer Verhältnisbestimmung bei Heinrich von Kleist   Vor mehr als zweihundert Jahren, genauer: 1810, erschien in den Berliner Blättern die Abhandlung Über das Marionettentheater. Der Dichter Heinrich von Kleist (1777−1811) wendet sich darin – der Sache nach − einem Begriffspaar zu, das die Philosophie seit Platon […]


AN ROBERT

  Auszüge aus: Thomas Berger, Am Wegesrand. Einkehr im Garten der Worte Edition Märkische LebensArt, Storkow (Mark), 2017 Seiten 80 (über Robert Walser) und 56 (über Vincent van Gogh)   AN ROBERT Dein Leben riss weil dich der Lorbeer floh entzwei   Jahrzehntelang verbargst du hinter Wortkunst deine Angst   Dann zogst du hohe Schweigemauern […]


TUNNEL DES LEBENS

Auszug aus: Thomas Berger, TUNNEL DES LEBENS. Das säkulare Gewand eines theologischen Denkmodells, 2018 Der 1990 in Neuchâtel verstorbene schweizerische Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (geboren 1921) hinterließ ein breit gefächertes Werk: Theaterstücke, Hörspiele, Romane, Erzählungen und Essays. Vor allem einer seiner Texte ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben: die Erzählung  Der Tunnel. Sie erschien erstmals 1952, in […]


MÖWEN IM GLEITFLUG

  Auszug aus: Thomas Berger, MÖWEN IM GLEITFLUG. Haiku 2. Aufl., Kelkheim 2000, Seiten 18, 19, 23, 73   Die Morgenröte strebt zur Sichel des Mondes – glückliche Reise   *   Abenddämmerung. Durch die Föhren streicht der Wind, atmet Ewigkeit.     *   Zwischen den Zeilen bilden die Worte ihr Heim – neben […]


DAS ZEPTER DER NYX

Thomas Berger, DAS ZEPTER DER NYX. Materialien zum Lobpreis der Nacht Kelkheim, 1998, Seiten 13, 20 und 108   Nachtbläue und Tag wechseln beständig im Erdkreis. Das harmonische Schauspiel der Natur zu betrachten und nach Art der Wissenschaft zu zergliedern, genügte den Alten nicht; sie gelangten vielmehr zu dessen Deutung: Die Nacht geht dem Tag […]


MORGENFELS

  Thomas Berger, MORGENFELS. Prosa-Miniaturen Kelkheim 1993, Seiten 28, 33, 50 und 57   Ein kalter Herbsttag. Sturm beugt den Sanddorn. Am Horizont trauern die Wolken. Von Süden fällt Sonnenlicht ein. Der alte Gott malt noch einmal den Bogen.   Kostbare Worte sind scheu wie ein wildes Tier. Sie werden im Schweigen geboren und kehren […]


IN STEIN GEMEISSELT

    Thomas Berger: IN STEIN GEMEISSELT. Aphorismen, Kelkheim 2014 Auszug, Seiten 20, 21, 24, 41, 43   Vertraue ruhig dem Denken anderer, aber überlasse es ihnen nicht. * Gepriesen der Mensch, dessen Geist –dem Bergkristall gleich –zu Klarheit emporwächst. * Wenigstens die allerletzten Worte an einen Sterbenden sollten wohldurchdacht sein, damit sie als Wegzehrung […]