Zeit


erinnerung

erinnerung   einmal war es da in himmlischer bläue und flaumenleichter zeit   welch ein einbruch war! der aufstieg nur lebenslang in erinnerung   als gute stelle für die zupackende hand, als mauervorsprung   trittsuchendem fuß; umschwebt noch zu atmen in dem rosigten licht  


im bannkreis

im bannkreis   wie wir redeten wär’s gewesen zu sagen ungreifbar danke   standen in der zeit doch signale zuletzt, freund unfähig war ich   besonders geschickt spät um der würde bange um der fahlen kraft   mich zu verbeugen was war, war ein glück, dass ich den bannkreis hüte


Vergeht die Zeit, geht sie vorbei

Vergeht die Zeit, geht sie vorbei   Es stirbt die Zeit, stirbt vor sich hin. Und immerzu, Tag aus Tag ein, vergeht, was kommt, verkommt, was geht.   So spielt sich ab merkwürdig Ding: Zeit geht und bleibt, vergeht und währt, entschwindet, kommt, läuft ab, verläuft.   Da bleibt, was stirbt, steht, was vergeht, hält […]


Im Umkreis des Diesseits

Im Umkreis des Diesseits   Gilt’s zu beschwören, wohin wir gehören, wer nennt den Ort, winkt gar von dort?   Was wir erstreben, bekümmert erleben, schmerzt uns, entzückt, wenn es uns glückt.   Fernes erreichen, Bedrängnis entweichen, hier oder dort, wegwärts vor Ort.   *   Halten zum Narren uns Hoffen und Harren, Warten worauf, […]


Zeit bringt das Sein aus dem Blick

Zeit bringt das Sein aus dem Blick   Das Zeitliche drängt all unserm Sinnen sich auf, verleitet den Blick.   Die Zeit dominiert, sie bannt, belegt mit Beschlag, verbirgt uns das Sein.   Kein Nu bleibt vor Ort. Längst ist gewesen, was war, was ist, ist vorbei.   Die Zeit läuft davon, hinter sich her […]


Kurzgedichte

ZEIT HAT IHRE ZEIT Zumeist, was geschieht, Kommt zu früh oder zu spät. Nur der Blitzstrahl trifft. Grell aufleuchtend verglüht er, Kommt und geht zu seiner Zeit.   VORÜBERGANG DES AUGENBLICKS Es dürfte wohl, was Gewesen, Sehnsüchtigem Ins Sein verhelfen, Wenn, einstmals einst, dermaleinst, Herkunft die Zukunft berührt.   ZEITVERTREIB DER ZEITEN Ab und zu […]


ALLES IST WEG AUF DEM WEG

ALLES IST WEG AUF DEM WEG   Nirgends ist Aufenthalt lang, Heimat unerreichbar, alles ist Weg auf dem Weg. Es stillt keine Stelle Verlauf, und das Woher treibt im Wohin über den Zeitpunkt hinaus, der, tritt er ein, nicht mehr ist.   Mancher verhält sich, steht fest, heute, noch, doch morgen reißt ihn die Zeit […]


ZEITWEISES AUF UND AB

ZEITWEISES AUF UND AB   Einzig Vergangenes bleibt bestehn. Was derzeit ist, wird vergehn.   Was sich ereignet hat, war und ist. Dem nichts mehr wird, fehlt die Frist.   Was uns beschieden ist, drängt sich auf, bedingt Geschehn, schafft Verlauf.   Zeitlichkeit, Daseinsform, Kommen, Gehen. Wer sie begreift, bleibt nicht stehn.   Zeit, trotz […]


Zeit und Ewigkeit — Advent, als das Kommen einer neuen Welt

Zeit und Ewigkeit — Advent, als das Kommen einer neuen Welt 11.12.2016   Friedrich Weinreb (1910-1988) war in jungen Jahren Professor der Mathematik in Rotterdam (1938) sowie in den 1950er und 60er Jahren Professor für Ökonometrie und Statistik, ferner arbeitete er als Ökonom in verschiedenen Kontinenten und war gleichzeitig wissenschaftlicher Berater bei den Vereinten Nationen […]


ZEIT IM VERZUG

ZEIT IM VERZUG   Es zeitigt die Zeit: Sie grenzt und entgrenzt, endet, Doch ohne Ende.   Es läuft mir die Zeit Davon, zieht spornstreichs Leine, Läuft sie sich davon.   Die Zeit hält nicht an. Selbst, was wir Weile nennen, Dauert seine Zeit.   Alles, was in der Zeit an der Zeit ist, es […]


Buddha-Zeit — Wir Ungeborenen

Buddha-Zeit — Wir Ungeborenen   16.01.2011   Zwar sind wir Rollen und Funktionen geworden, aber wahrhaft geboren worden, sind die Wenigsten von uns.   So sterben wir, ohne jemals zu unserem „vollen Wesen“ geboren, ent-faltet, ent-wickelt worden zu sein.   Wir verbleiben, was wir sind: Spirituelle Embrios.   Ist das nicht unsere eigentliche Tragödie… — […]


DAS ALL-EINE

DAS ALL-EINE   Dorthin führt keine Treppe, Weder hinauf noch hinab. Aufstieg, Abstieg versagen, Führen am Ende ins Grab.   Wie gelingt uns der Ausbruch Aus dem Gefängnis der Zeit, Wie dem Raum entkommen, Der, statt befreit, uns entzweit?   „Himmel“ nennen’s die Bilder, Wo uns kein Irgendwo trennt, Wenn kein Irgendwann sondert Und keine […]