Beiträge von Johannes Chwalek


damals und heute

damals und heute   liebliche bläue in schönen grenzen frei der blick hinaus was auch   sollte geschehen wo es jetzt geordnet war anders gewirbelt   stand eines kindes zum stürzen bereit das war nicht vorgesehen   nun ist es da nun suche zupackender sinn damals und heute  


von dir gewogen

von dir gewogen   wohinaus geht es? du dachtest. da fiel’s mir ein. verschlossenes tor   jetzt schaust du seitwärts. ich bleibe eingerichtet auf neuer bahn   dass es sich bewegt die angeln welthaft machen oh du vermessner!   nur die möglichkeit den bruchteil der zeit dass ich von dir gewogen


aug in aug mit dir

aug in aug mit dir   unschlüssig bin ich da kommst du – bist du’s wirklich? – auf mich zu wie einst   der gram der jahre – überwältigt von dem glück aug in aug mit dir   was ereignet sich? zu erklären brauch ich nichts zeigt dein lächeln an   darf ich mit dir […]


augenblicksvorbei

augenblicksvorbei   deine pfeife noch hieltest sie einst in deiner großen festen hand   tatst ein paar züge und dann schenktest du sie mir und nun liegt sie hier   ich sage nicht sie schaut mich an – umgekehrt ists augenblicksvorbei   immer drängender dabei kenne ich dich doch heiter pflichtbewusst    


Ein Zauber leiht mir Schwingen, letzter Teil

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, letzter Teil   Der Himmel ist nicht zu sehen, sagte ich zu Juana, aber Petrarca versucht sich einzu­fühlen ins >ganz Andere<. Er spricht die tote Laura an: Zum Aufbruch warst du allzu schnell bereit; klagt den Tod an: Die Liebe hast du mir entrissen! und macht auch […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, siebter Teil   III Erweist sich am Ende als Siegerin, die für wenige glückliche Augenblicke überwunden schien: die Zeit? Spielen >irgendwann< nicht mehr Entzücken, Hoffen oder Leiden eine Rolle, sondern nur Vergehen und Verlöschen? Der Sommer geht, des Herbstes Nebel streichen / Um dürres Laub, und in […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, sechster Teil   Petrarca hat letztlich nichts geheim gehalten, was Laura betrifft, wie es scheint. Aber der Zeitpunkt der Mitteilungen und die Form natürlich waren entschei­dend. In kunstloser Weise hat er sich der Natur anvertraut. Aber dann war es, als redete er gar nichts, weil es kein […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, fünfter Teil   Liegt der >Bruch<, von dem ich nun immer wieder rede, sagte ich zu Juana, vielleicht in der Liebe selbst, weil sie vom Tod bedroht ist? Der Tod spielt eine große Rolle in Petrarcas Liebessonetten, denn sie umspannen nicht nur Lauras irdisches Leben, sondern auch […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, vierter Teil   Der Bruch in Petrarcas von Laura geprägter Welt besteht darin, dass sein klarer Sinn / Beglückt sich löst, sobald er ihrer ansichtig wird, dass alles Weh vergangen ist – aber nur in seinem Inneren! (Piovonmi amare lagrime dal viso) Laura stellt zusätzlich die Außen­welt […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, dritter Teil   Wer sich mit Petrarcas „Sonette an Madonna Laura“ beschäftigt, sagte ich zu Juana, begibt sich in eine andere Sphäre des Denkens und Empfindens, als sie unseren Alltag prägt. Um das zu illustrieren, bleiben wir noch beim vierten Sonett (Sì traviato è ´l folle mio […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, zweiter Teil   Wundersame Gewalten ergreifen den Dichter, wenn er an Laura denkt und ihren Namen ruft (Quand´io movo i sospiri a chiamar voi); wohl ohne Hoffnung, wirk­lich gehört zu werden, sondern nur so, dass die entfernte Geliebte sich angerührt fühlen möge. Mit ihr ist die überwältigende Erfahrung […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, erster Teil   I Was ist die Liebe?, fragte ich Juana. Kriegen wir´s heraus, wenn wir Francesco Petrarcas „Sonette an Madonna Laura“ lesen, jene achtzig Sonette, die von nichts andrem als sei­ner Liebe zu Laura Noves handeln, „Gattin eines Herrn de Sade“, wie meine Reclam-Auswahlausgabe[1]berichtet? Immer wieder […]


nach adalbert stifter

nach adalbert stifter   eine abendrede wert und mehr: inbegriff aller dinge zu größten erwartungen   die gewöhnlichen dinge des tages das blinde leben schlug ein auge auf   im nachgefühl inbegriff aller dinge fern geahnt  


Otto Lause, Erzählung, letzter Teil

Otto Lause Erzählung, letzter Teil   Am dritten Tag fuhr ich guter Dinge wieder mit dem Zug nach B. Heute wollte ich Otto Lause nach seinen persönlichen Verhältnissen fragen. Wenn er weiter meine Hilfe benötigen sollte, wäre ich bereit gewesen, sie ihm zu geben. Im P.hof erhielt ich jedoch eine überraschende Mitteilung: Otto Lause sei […]


Otto Lause Erzählung, vierte Folge

Otto Lause Erzählung, vierte Folge   Wir umgingen das Haus, und ich erklärte ihm, dass es von außen noch weitge­hend erhalten geblieben sei im Zustand, als wir dort gewohnt hatten. Nur die Westseite sei verändert worden durch den Wegfall der großen Terrasse im ers­ten Stock, wo ein Anbau erfolgt sei. Außerdem sei der Haupteingang im […]


Jörg Magenau, Rezension

Jörg Magenau von rbbKultur hat am 15. Juli 2019 das Buch von Johannes Chwalek „Gespräche am Teetisch“ besprochen. Hier ist der Link zu seiner Rezension: Johannes Chwalek: „Gespräche am Teetisch“ (unbezahlte Werbung) Von Johannes Chwalek Titel „Gespräche am Teetisch“ Verlag Edition Federleicht Erscheinungsjahr 2019 ISBN 978-3-946112-35-8 Seiten 194 Seiten Preis 13,00 Euro


Otto Lause Erzählung, dritte Folge

Otto Lause Erzählung, dritte Folge   Am nächsten Tag erschien ich verabredungsgemäß kurz vor fünfzehn Uhr im P.hof. Der Rezeptionist begrüßte mich freundlich, was mich beruhigte, anscheinend war mit Otto Lause alles gut gegangen. Trotzdem fragte ich: „Ist Ihr Gast Herr Lause zu den Mahlzeiten erschienen?“ „Ja, das ist er.“ „Schön“, entgegnete ich knapp. „Ich […]


Otto Lause – Fortsetzung

Otto Lause Erzählung, zweite Folge   „Wir können uns auch in den Stadtpark setzen.“ „Ein guter Vorschlag“, nickte er. Es waren vielleicht hundert Meter bis zum Stadtpark, der auf zwei Ebenen angelegt ist, einer unteren und einer oberen. Auf der unteren, kleineren Ebene hört man den Straßenverkehr ziemlich stark, wir entschlossen uns daher, noch ein […]