Beiträge von Johannes Chwalek


Das wär ne Geschichte wert …

Das wär ne Geschichte wert …   als der Lehrer in der S-Bahn die Abiturarbeiten liegenließ Wie war das möglich (nachher waren sie weg und kein öffentlicher Aufruf …) Wie konnte das passieren haben andere und er gefragt gefragt gefragt gefragt Denn woran dachte er an welche gewöhnlichen Dinge oder Lieblingsprojekte oder einfach an gar […]


entschluss

entschluss   unter keinem stern was ich nur ermessen kann ohne rat und tat   aus der verehrung noch zur brüderschaft eines edlen waffengangs   ritterlich schwachen schau der weg liegt offenbar rüste dich ihm zu   nicht mehr dastehen neue glut aus alter zeit ebnet den entschluss


einspruch

einspruch   die schönheit verflog ewig wär sie dachtest du starrst ihr hinterher   dass die gegenwart sich mit grau vollsaugt hättst du ehmals nicht geglaubt   sei erfinderisch deine verse bunt gewandt legen einspruch ein   schon wiegen füße sich im tanze und werben noch ums publikum  


heiter sein

heiter sein   o welche zeiten ob ich die verstehe, prä? illusion perdu   ich webe am kleid als wir das jahrhundert in die schranken wiesen   zum abschied bereit aufdringlich will ich nicht sein vornehm entschwinden   philosophieren ins eigne leben hinein heiter sein wie du  


Eingehüllt von uns

Eingehüllt von uns   Damals war ich nichts und wurde beschenkt. – Heute kann ich mitreden   und vermisse dich. Den Weg zu kennen, braucht Kraft; ihn allein zu gehn.   Geh ich ihn allein? Leuchtet mir dein Glanz nicht vor? Hilft mir noch voran?   Im Vertraun die Kraft, dass ich weitergehen kann, eingehüllt […]


zuspruch

zuspruch   nur die mit dir sind? eingedenk alten zuspruchs bist du gewürdigt   was dich befreite ist’s nicht heute zur stelle neuen vollen rechts?   dich einzufühlen jenseits vertrauter grenzen den atem lernen   lächle der mächte spazieren gehend über die schwere erde


Wo, Ariadne?

Wo, Ariadne?   Noch einmal spüren. Die Wehmut mischt sich ein, die Kraft bleibt wie von fern.   Immerhin noch dies. Der Ausweis der Gegenwart seltsam gefleddert.   Vom Nachklang gezurrt, lösen sich die Blätter nicht; zähe Groteske.   Wo, Ariadne, liegt der Faden aus? Schreibend ihn suchen, bleibt meins.


wie in alter zeit

wie in alter zeit   andere wege werden gegangen und du bist nur zuschauer   das zuschauen ist bedingt hilfreich doch wenn du starrst ändere dich   ändre dich zu dir einfallsreich wege sinnend wie in alter zeit   im feuer stehend ein jahrhundert noch entfernt von jedem zweifel


naher frühling

naher frühling   die heimkehr naht in ungewohntem glanz – so wohl vertraut vor zeiten   die menschen lauschen sie hören von den jahren die blumen warfen   meine aufgabe den blumenweg zu legen der uns beiden gilt   sei mein begleiter die nacht lässt schon erahnen den nahen frühling


betritt nur den raum

betritt nur den raum   hier ist es gut hier walten andere klänge zu neuen kräften   sind es nicht alte? ja in neuer belebung fühlst du dich erstarkt   was dir vorschwebte reicht mit diesem geist nun hin den du entzündest   betritt nur den raum frühling sommer sind und herbst und die frucht […]


damals und heute

damals und heute   liebliche bläue in schönen grenzen frei der blick hinaus was auch   sollte geschehen wo es jetzt geordnet war anders gewirbelt   stand eines kindes zum stürzen bereit das war nicht vorgesehen   nun ist es da nun suche zupackender sinn damals und heute  


von dir gewogen

von dir gewogen   wohinaus geht es? du dachtest. da fiel’s mir ein. verschlossenes tor   jetzt schaust du seitwärts. ich bleibe eingerichtet auf neuer bahn   dass es sich bewegt die angeln welthaft machen oh du vermessner!   nur die möglichkeit den bruchteil der zeit dass ich von dir gewogen


aug in aug mit dir

aug in aug mit dir   unschlüssig bin ich da kommst du – bist du’s wirklich? – auf mich zu wie einst   der gram der jahre – überwältigt von dem glück aug in aug mit dir   was ereignet sich? zu erklären brauch ich nichts zeigt dein lächeln an   darf ich mit dir […]


augenblicksvorbei

augenblicksvorbei   deine pfeife noch hieltest sie einst in deiner großen festen hand   tatst ein paar züge und dann schenktest du sie mir und nun liegt sie hier   ich sage nicht sie schaut mich an – umgekehrt ists augenblicksvorbei   immer drängender dabei kenne ich dich doch heiter pflichtbewusst    


Ein Zauber leiht mir Schwingen, letzter Teil

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, letzter Teil   Der Himmel ist nicht zu sehen, sagte ich zu Juana, aber Petrarca versucht sich einzu­fühlen ins >ganz Andere<. Er spricht die tote Laura an: Zum Aufbruch warst du allzu schnell bereit; klagt den Tod an: Die Liebe hast du mir entrissen! und macht auch […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, siebter Teil   III Erweist sich am Ende als Siegerin, die für wenige glückliche Augenblicke überwunden schien: die Zeit? Spielen >irgendwann< nicht mehr Entzücken, Hoffen oder Leiden eine Rolle, sondern nur Vergehen und Verlöschen? Der Sommer geht, des Herbstes Nebel streichen / Um dürres Laub, und in […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, sechster Teil   Petrarca hat letztlich nichts geheim gehalten, was Laura betrifft, wie es scheint. Aber der Zeitpunkt der Mitteilungen und die Form natürlich waren entschei­dend. In kunstloser Weise hat er sich der Natur anvertraut. Aber dann war es, als redete er gar nichts, weil es kein […]


Ein Zauber leiht mir Schwingen, Fortsetzung

Ein Zauber leiht mir Schwingen Anmerkungen zu Petrarca, fünfter Teil   Liegt der >Bruch<, von dem ich nun immer wieder rede, sagte ich zu Juana, vielleicht in der Liebe selbst, weil sie vom Tod bedroht ist? Der Tod spielt eine große Rolle in Petrarcas Liebessonetten, denn sie umspannen nicht nur Lauras irdisches Leben, sondern auch […]