Beiträge von Johannes Chwalek


BISCHÖFLICHES KNABENKONVIKT BENSHEIM

BISCHÖFLICHES KNABENKONVIKT BENSHEIM, Wohninternat der Diözese Mainz, das von 1888 bis 1981 bestand. Die Anfänge des Hauses liegen in der Darmstädter Straße 56, wo ein Privathaus erstanden wurde für zunächst 17 Zöglinge, einen geistlichen Rektor und weltliches Personal. Die Zahl der Zöglinge erhöhte sich rasch, eine neue Heimstatt musste gefunden werden. Gründungsrektor Philipp Huppert (1857–1906) […]


Auf Kassette gesprochen

Auf Kassette gesprochen Erzählung (Auszug)   Erstes Kapitel Der Optiker beteuerte, dass mit der neuen Brille alles seine Richtigkeit habe. „Aber ich kann immer noch nicht lesen“, sagte meine Oma. „Vielleicht geht es mit einem Vergrößerungsglas“, meinte der ungefähr fünfzigjährige Mann, der in einem weißen Kittel stak. Er zog eine Lupe aus der Schublade seines […]


Alles zu heben

Alles zu heben in wundersamen Zauber, schenktest du mir einst. Wie sollt‘ ich nicht wenigstens noch immer dein Schüler sein?  


Erinnerung

Erinnerung   Auf dem Weg zur Stadtbibliothek habe ich mich daran erinnert, dass es eine Zeit gab, wo mir auch ein solches alltägliches Ereignis mit Flügeln der Aufmunterung und Begeisterung versehen worden wäre durch einen Freund. Erst einmal hätte er nach dem Grund meines Weges gefragt, ich hätte ihm geantwortet, dass ich die dreibändige Heinrich […]


Analoges Leben

Analoges Leben   Nach langer Zeit habe ich einen Radiorekorder gekauft, damit ich meine Kassetten und CDs von früher wieder hören kann. Aber das heißt heute anders, nicht mehr Radiorekorder wie noch zu meiner Zeit, sondern „Tragbare Boombox mit DAB+- und FM-Radio, Bluetooth, CD und USB-Player sowie Kassettenlaufwerk”. Die modernen Sachen hätte ich nicht gebraucht. […]


Das Wort des Großvaters

Das Wort des Großvaters   Mein Großvater ist schon lange tot, dreiundfünfzig Jahre, das ist eine gewaltige Zeit. Andererseits: was heißt das, wenn ein Mensch mit einem Mal wieder vor einem steht, als wäre er noch da? Der Großvater hatte mir als kleinem Jungen einmal erzählt, dass er beim Kartenspiel eine – für seine Verhältnisse […]


Das Lächeln des Hippogryphen

Das Lächeln des Hippogryphen   Ich habe ein Buch gekauft, ein wenig darin gelesen und es dann verschenkt an einen Freund. Heißt das, dass ich das Buch verstanden habe und nicht mehr weiter darin lesen brauche? So einfach ist es nicht. Der Freund beschenkte mich, da wollte ich ihn auch beschenken und das Buch war […]


Johannes Chwalek: Unbeschwerte Stunden des Erzählens. Erinnerungen (Rezension)

Johannes Chwalek: Unbeschwerte Stunden des Erzählens. Erinnerungen. Stuttgart: Scholastika 2023, 154 S., 32 Abb., ISBN 978-3-947233-79-3, 14,00 €   Johannes Chwalek (* 1959), Autor regionalgeschichtlicher, didaktischer und belletristischer Literatur, ist an der Bergstraße kein Unbekannter. 2019 veröffentlichte er seinen autobiografischen Roman „Gespräche am Teetisch“, der in weiten Teilen am früheren Bischöflichen Knabenkonvikt Bensheim angesiedelt ist […]


Nach einer Lesung

Nach einer Lesung   Klaus-Peter Grünschläger, Franz Josef Schäfer, Ulrich Zimmerer: Hitlerjunge · Soldat · Mönch. Ein Leben unter zwei Kreuzen. Hohenwarsleben 2020 (VAS – Verlag für Akademische Schriften – ein Imprint der Westarp Verlagsservicegesellschaft mbH), 323 Seiten, 106 Abbildungen   Irgendwo bemerkt Goethe, die menschlichen Verhältnisse änderten sich alle fünfzig Jahre. Die Wahrheit dieses […]


eine begegnung

eine begegnung macht dir den roman ahnen sekunden verweht


eilen zum konvikt

eilen zum konvikt   vom regen geweichter boden kalte feuchte luft und erster vorweihnachtlicher schmuck in fenstern an fassaden das ist november-art lächelte der prä mir zu dass du ohne jacke gehst birgt die gefahr der krankenstube legst du wert auf solche auszeit doch will ich dir nicht dreinreden was mich betrifft: immer rascher folgt […]


wind im gesicht

wind im gesicht   wind im gesicht erstiegen wir den kirchberg tief hingen die wolken fast schwarz zwei falken flogen über uns der prä zeigte auf blätter rötlichbraun grün mit gelben und braunen placken wohin gehen wir es kommt die stunde des abschieds wir wissen sie zuinnerst und du anders als ich ein leben lang […]


dahingegeben

dahingegeben und dann in der garstigkeit nur dieser adel  


Gespräch im Konvikt

Gespräch im Konvikt   „Andre Epochen dachten und fühlten anders“, sagte uns der Prä. „Nehmen wir den Wald – was geht euch durch den Kopf beim Wort ‚Wald‘?“   „Ein Ort zum Wandern, um gute Luft zu atmen“, antworteten wir. „Schön!“, meinte der Prä. „Stellt euch nun das Mittelalter vor,   was sagt‘ ein Mensch […]


szene am konvikt

szene am konvikt   der regen hat dem sandplatz des konvikts den fußball weggesperrt auch verkünden braungelbe und braunrote blätter auf dem platz eine ruhezeit – ich streife auf den leeren wegen und trage gern ein buch mit mir obgleich ich hier draußen kaum darin lese oft besuche ich meine freunde die goldfische wir reden […]


„Sind alte Leute fromm?“,

„Sind alte Leute fromm?“, fragten wir den Prä. „Wer seine Kräfte schwinden fühlt, spürt die Macht, in der er steht. Warum sich diese Macht nicht in Gott denken?“, fragte uns der Prä.