Beiträge von Johannes Chwalek


nach adalbert stifter

nach adalbert stifter   eine abendrede wert und mehr: inbegriff aller dinge zu größten erwartungen   die gewöhnlichen dinge des tages das blinde leben schlug ein auge auf   im nachgefühl inbegriff aller dinge fern geahnt  


Otto Lause, Erzählung, letzter Teil

Otto Lause Erzählung, letzter Teil   Am dritten Tag fuhr ich guter Dinge wieder mit dem Zug nach B. Heute wollte ich Otto Lause nach seinen persönlichen Verhältnissen fragen. Wenn er weiter meine Hilfe benötigen sollte, wäre ich bereit gewesen, sie ihm zu geben. Im P.hof erhielt ich jedoch eine überraschende Mitteilung: Otto Lause sei […]


Otto Lause Erzählung, vierte Folge

Otto Lause Erzählung, vierte Folge   Wir umgingen das Haus, und ich erklärte ihm, dass es von außen noch weitge­hend erhalten geblieben sei im Zustand, als wir dort gewohnt hatten. Nur die Westseite sei verändert worden durch den Wegfall der großen Terrasse im ers­ten Stock, wo ein Anbau erfolgt sei. Außerdem sei der Haupteingang im […]


Jörg Magenau, Rezension

Jörg Magenau von rbbKultur hat am 15. Juli 2019 das Buch von Johannes Chwalek „Gespräche am Teetisch“ besprochen. Hier ist der Link zu seiner Rezension: Johannes Chwalek: „Gespräche am Teetisch“ (unbezahlte Werbung) Von Johannes Chwalek Titel „Gespräche am Teetisch“ Verlag Edition Federleicht Erscheinungsjahr 2019 ISBN 978-3-946112-35-8 Seiten 194 Seiten Preis 13,00 Euro


Otto Lause Erzählung, dritte Folge

Otto Lause Erzählung, dritte Folge   Am nächsten Tag erschien ich verabredungsgemäß kurz vor fünfzehn Uhr im P.hof. Der Rezeptionist begrüßte mich freundlich, was mich beruhigte, anscheinend war mit Otto Lause alles gut gegangen. Trotzdem fragte ich: „Ist Ihr Gast Herr Lause zu den Mahlzeiten erschienen?“ „Ja, das ist er.“ „Schön“, entgegnete ich knapp. „Ich […]


Otto Lause – Fortsetzung

Otto Lause Erzählung, zweite Folge   „Wir können uns auch in den Stadtpark setzen.“ „Ein guter Vorschlag“, nickte er. Es waren vielleicht hundert Meter bis zum Stadtpark, der auf zwei Ebenen angelegt ist, einer unteren und einer oberen. Auf der unteren, kleineren Ebene hört man den Straßenverkehr ziemlich stark, wir entschlossen uns daher, noch ein […]


Otto Lause

Otto Lause Erzählung, erste Folge   Mit einem Bekannten saß ich in einem Cafe in B. Wir unterhielten uns über die Ju­gendzeit, die ich in eben diesem B. in einem längst geschlossenen kirchlichen Internat verbracht hatte. Ein alter Mann war unser Sitznachbar, anscheinend wollte er hören, worüber ich mit meinem Bekannten sprach. Als mir seine […]


Viermal neu

Viermal neu   zur akklamation frühres opfer geduldet nicht zum nachfragen   *   halb besteinter weg zufrieden und aufgedreht sich den kopf streichen   *   fehlt als konsument die andacht im weiheraum mich hinzusprechen   *   die fahnenschlaufen musizieren am mast in der januarnacht


Wegmarken mit Heinrich – Fortsetzung

Wegmarken mit Heinrich Teil 2 von 2   Da schrieb er mir, dass er als Vertretungslehrkraft nur befristete Verträge bekomme, in den Sommerferien sei er arbeitslos. Ich solle ihm glauben, wie schwer es sei, dauernd umzuziehen, keine Möbel, keine Büchersammlung besitzen zu können. Auch keine Bücher?, fragte ich. Er antwortete, dass er seine Bücher in […]


Wegmarken mit Heinrich

Wegmarken mit Heinrich Teil 1 von 2   Heinrich war Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Zivildienstleistender an einem Internat seiner Heimatstadt B., wo ich die Schülerjahre verbrachte. Wir beide interessierten uns für Philosophie und Literatur; er mehr für Philosophie als Literatur; ich umgekehrt mehr für Literatur als Philosophie. Die Schnittmenge reichte für häufige […]


abschied

abschied   auch wünschenswertes erstaunliches entschwindet matt gewordnem sinn   noch bemerkst du es noch strebst du nach versöhnung wünschst bestätigung   doch halten – vorbei und aufbauen wie früher wer ist noch bei dir   wirken dabei sein wahrgenommen werden flackt bis zuletzt noch auf


nachgerufen

nachgerufen   zeit zum dankerweis nachgerufen einem mann der anteilnahme   kein mensch einerlei gewinnender forderung nach dem geist, der tat   im weg-charakter philosophischen denkens und der weisung drin   bleibt er uns voraus bis zum gastmahl dereinst, wenn wir erneuert sind  


Feldpostbriefe, letzter Teil

Feldpostbriefe Erzählung, letzter Teil   Die Abendaufsicht endet um 22.30 Uhr. Auf dem Weg zu meiner Wohnung im ersten Obergeschoss begegnet mir im Treppenhaus der Rektor, der – nach einem Rundgang an den Schlafsälen vorbei – wie ich ihn kenne, zu seiner Wohnung geht, die sich im zweiten Obergeschoss in einem Vorbau befindet. Er nickt […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, zehnter Teil   Der Andrang der Schüler auf dem Sportplatz ist groß. Alle wollen Speere werfen, Kugeln stoßen und mit den neuen Bällen spielen. Ich muss mir Ruhe verschaffen, um die Sicherheitsbestimmungen bezüglich der Speere und Wurfkugeln zu erläutern. Die beiden Obertertianer, die im Sportgeschäft meinen „Hustenanfall“provozierten, erklären sich sofort bereit, die Wurftechniken mit […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, neunter Teil   Das Abendessen beginnt um 18.30 Uhr. Auf den Tischen steht jeweils eine Platte mit Wurstaufschnitt und Käsescheiben, dazu Brot und Margarine. In großen metallenen Kannen dampft Tee. Wenn der Küchenchef, Herr Zwirlein, gut gelaunt ist, garniert er die Platten mit Gurken, Tomaten oder Kräutern – je nachdem, was ihm zur […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, achter Teil   Die Aufsicht über die Schüler beim nachmittäglichen „Studium“ gehört zu meinen bevorzugten Dienstpflichten. Ich sitze vor den Pultreihen mit 63 Unter- und Mittelstuflern (Sexta bis Obertertia), die in aller Regel diszipliniert ihren Haus- und Übungsaufgaben nachkommen; nur wenige Male muss ich während der gesamten Zeit des „Studiums“ von 15.15 Uhr […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, siebter Teil   Im Bus bilden die vier Jungs, die mir als Träger zugeordnet sind, zwei aus der Obertertia, zwei aus der Untersekunda, sogleich eine Gruppe, sitzen beieinander, tauschen sich aus und lachen viel. Ich gehöre nicht dazu, aber sie akzeptieren mich als denjenigen, der die Fahr- und Gehstrecke zum Sportgeschäft kennt, und […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, sechster Teil   Selbstverständlich zeige ich mich wieder einverstanden mit den Worten des Rektors, obwohl ich beispielsweise seine Äußerung zum Thema „schräge Musik“ für intolerant halte. Heute aktuelle Musikformen wie Foxtrott, Shimmy oder Tango betonen den Rhythmus stärker als die Melodie, was für konservative Ohren anscheinend minderwertig klingt. Allerdings weiß ich, dass der […]