Beiträge von Johannes Chwalek


der steg

der steg   alles zum trugbild. im gestrigen glück schimmert die kehrseite durch   heute trumpft sie auf. wie stehst du da? was lässt du dir gefallen, mann?   dem ekel zum lob dass du ihn gebrauchen kannst. siehst du schon klarer?   ein wink geschieht aus abgelegter zeit. der steg vermag zu lächeln


Wer kann sagen, wir haben gelernt? Teil 2

Wer kann sagen, wir haben gelernt? Teil 2     Foto: Johannes Chwalek   Die Gefallenen des Ersten Weltkriegs – „EUER OPFERTOD DES VATERLANDES WIEDERGEBURT UND LEBEN“?   I Auf dem Mainzer Hauptfriedhof wurde im Jahr 1928 eine Gedächtnishalle eingeweiht für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. An der Mauer des Friedhofs erinnern Steinplatten an die […]


Wer kann sagen, wir haben gelernt?

Wer kann sagen, wir haben gelernt? Zwei Kommentare: August 1914 / Dezember 1918   Mainzer Anzeiger, Samstag, 8. August 1914 Seite 4 – Nr. 183   „Der Kampf um das Deutschtum. Der Kampf, durch den das Deutschtum vernichtet werden soll, ist entbrannt. Wenn heute die Triple-Entente als Siegerin aus dem gewaltigen Ringen um die Vorherrschaft […]


Anmerkungen zur These vom „Ende des Buches“

Anmerkungen zur These vom „Ende des Buches“   Anlässlich einer Lesung in Frankfurt am Main, die am 19. März 2020 stattfindet, werde ich aufgefordert, ein kurzes Statement abzugeben, das die Frage „Erwartungen an mein Publikum? (in der heutigen Zeit, in der immer wieder ‚das Ende des Buches’ beschworen wird)“ aus meiner persönlichen Sicht beantwortet. Zum […]


alles gegeben

alles gegeben   im wechselwirbel reicht mein atem nicht mehr hin dir zu gefallen   alles gegeben könnte noch mehr von mir sein? du entschiedst auf nein   allein zu singen in die nacht gibst du mir auf nachtsänger zu sein   kühler weht der wind und wird zum eis gefrieren zur letzten zeile


Das wär ne Geschichte wert …

Das wär ne Geschichte wert …   als der Lehrer in der S-Bahn die Abiturarbeiten liegenließ Wie war das möglich (nachher waren sie weg und kein öffentlicher Aufruf …) Wie konnte das passieren haben andere und er gefragt gefragt gefragt gefragt Denn woran dachte er an welche gewöhnlichen Dinge oder Lieblingsprojekte oder einfach an gar […]


entschluss

entschluss   unter keinem stern was ich nur ermessen kann ohne rat und tat   aus der verehrung noch zur brüderschaft eines edlen waffengangs   ritterlich schwachen schau der weg liegt offenbar rüste dich ihm zu   nicht mehr dastehen neue glut aus alter zeit ebnet den entschluss


einspruch

einspruch   die schönheit verflog ewig wär sie dachtest du starrst ihr hinterher   dass die gegenwart sich mit grau vollsaugt hättst du ehmals nicht geglaubt   sei erfinderisch deine verse bunt gewandt legen einspruch ein   schon wiegen füße sich im tanze und werben noch ums publikum  


heiter sein

heiter sein   o welche zeiten ob ich die verstehe, prä? illusion perdu   ich webe am kleid als wir das jahrhundert in die schranken wiesen   zum abschied bereit aufdringlich will ich nicht sein vornehm entschwinden   philosophieren ins eigne leben hinein heiter sein wie du  


Eingehüllt von uns

Eingehüllt von uns   Damals war ich nichts und wurde beschenkt. – Heute kann ich mitreden   und vermisse dich. Den Weg zu kennen, braucht Kraft; ihn allein zu gehn.   Geh ich ihn allein? Leuchtet mir dein Glanz nicht vor? Hilft mir noch voran?   Im Vertraun die Kraft, dass ich weitergehen kann, eingehüllt […]


zuspruch

zuspruch   nur die mit dir sind? eingedenk alten zuspruchs bist du gewürdigt   was dich befreite ist’s nicht heute zur stelle neuen vollen rechts?   dich einzufühlen jenseits vertrauter grenzen den atem lernen   lächle der mächte spazieren gehend über die schwere erde


Wo, Ariadne?

Wo, Ariadne?   Noch einmal spüren. Die Wehmut mischt sich ein, die Kraft bleibt wie von fern.   Immerhin noch dies. Der Ausweis der Gegenwart seltsam gefleddert.   Vom Nachklang gezurrt, lösen sich die Blätter nicht; zähe Groteske.   Wo, Ariadne, liegt der Faden aus? Schreibend ihn suchen, bleibt meins.


wie in alter zeit

wie in alter zeit   andere wege werden gegangen und du bist nur zuschauer   das zuschauen ist bedingt hilfreich doch wenn du starrst ändere dich   ändre dich zu dir einfallsreich wege sinnend wie in alter zeit   im feuer stehend ein jahrhundert noch entfernt von jedem zweifel


naher frühling

naher frühling   die heimkehr naht in ungewohntem glanz – so wohl vertraut vor zeiten   die menschen lauschen sie hören von den jahren die blumen warfen   meine aufgabe den blumenweg zu legen der uns beiden gilt   sei mein begleiter die nacht lässt schon erahnen den nahen frühling


betritt nur den raum

betritt nur den raum   hier ist es gut hier walten andere klänge zu neuen kräften   sind es nicht alte? ja in neuer belebung fühlst du dich erstarkt   was dir vorschwebte reicht mit diesem geist nun hin den du entzündest   betritt nur den raum frühling sommer sind und herbst und die frucht […]


damals und heute

damals und heute   liebliche bläue in schönen grenzen frei der blick hinaus was auch   sollte geschehen wo es jetzt geordnet war anders gewirbelt   stand eines kindes zum stürzen bereit das war nicht vorgesehen   nun ist es da nun suche zupackender sinn damals und heute  


von dir gewogen

von dir gewogen   wohinaus geht es? du dachtest. da fiel’s mir ein. verschlossenes tor   jetzt schaust du seitwärts. ich bleibe eingerichtet auf neuer bahn   dass es sich bewegt die angeln welthaft machen oh du vermessner!   nur die möglichkeit den bruchteil der zeit dass ich von dir gewogen


aug in aug mit dir

aug in aug mit dir   unschlüssig bin ich da kommst du – bist du’s wirklich? – auf mich zu wie einst   der gram der jahre – überwältigt von dem glück aug in aug mit dir   was ereignet sich? zu erklären brauch ich nichts zeigt dein lächeln an   darf ich mit dir […]