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jugend und alter

jugend und alter   wer gedenkt unsrer die geschlechter stehn bereit mit den wischlappen   *   sich’s auszudenken die zeichen loderten doch das gleißende licht   *   jugend und alter gleichmütig enthoben sein des gegensatzpaars   *   zur ruhe finden wo eigenes und fremdes ohne inhalt sind  


Projektionen

Projektionen 22.09.2018   Wie durch den wallenden Nebel eines Wasserfalles schauen wir durch Projektionen unseres Ich-Bewusstseins hin-ausin die Realität, die uns — und nur uns allein — zur „Welt“ wird.   Unendlich der Strom, der unsere Projektionen speist, sie nach vorne ins Tages-Bewusstsein, in den Augenblick, drängt, um sie sodann über die Klippe des „Nun“ […]


THE DOGMA OF THE SELF

THE DOGMA OF THE SELF The worst dogma, the one which causes us the most personal pain, is the dogma of the fixed self‑‑ the I am so‑and‑so soliloquy that takes place between a person and his own self‑fixating nature. Denying our own natural flux, the daily and perpetual task of re‑making, we crave the […]


ICH FRAG’ MICH MANCHMAL

ICH FRAG’ MICH MANCHMAL   Genügt die Frage? Bringt sie zu Tage wirklich die Lage? Weshalb, wozu?   Was hilft’s, das Flirren, Girren und Irren mühsam entwirren, die Tür bleibt zu.   Für’s Zweckbetonte, täglich Gewohnte, füglich Belohnte Verstand reicht zu.   In derlei Breiten herrscht selbst beim Streiten Vergleich der Seiten im Ab und […]


LARVENTANZ

      Auszug aus: Thomas Berger, LARVENTANZ. Gedichte, Edition Anthrazit 2009, Seite 41   WAGNIS   Einmal noch die Lavendelblüten auf dem Plateau von Albion   Einmal noch das Fleisch der Papayamelone nach einem Festmahl in Kelaniya   Einmal noch die Sandsteinberge von Hurghada aus   Einmal noch das Magnificat der Mönche in Solesmes […]


FEAR

FEAR What is fear, this thing that lives in the pit of the stomach and can find no home? We think of it, of course, as fear of the unexpected, the unpredictable, the unknown. And yet our greatest fears are quite to the contrary:  of the inevitable‑‑ death, separation, loss, loneliness, the splotched and sullied […]


mitten im atem

mitten im atem   dorthin wollt’ ich sein, doch alles ist verändert, wie in fremder zeit –   jetzt wo du hier bist das stövchen ausgeblasen, abgeräumt der tee   und leer die wohnung mit vielen andren menschen ohne einladung   wärme auf dem weg ins all mit letzter kälte sie zu bewahren   aus […]


Lebens-Wille-2

Lebens-Wille# 2 22.09.2018   Gestern noch aschgrau, fahl verdorrt, ragte das scheinbar verbrannte Moos aus Fugen und Ritzen des grauen Beton-Verbundpflasters.   Heute jedoch, nach nur etwas Regen, erstrahlt es erneut in frischem Grün.   Überlebens-Könnerschaft.


WORAUF ES ANKOMMT

WORAUF ES ANKOMMT   Nicht dadurch endet die Not in der Welt, dass man die Zeitung abbestellt.   Nur derart, dass man zu helfen bereit, wo es auch sei und jederzeit.   Gewiss, je größer, je besser, doch oft hilft schon ein Lächeln, unverhofft.   Schön klingt’s zu sagen ein Hü! und ein Hott! Hilf […]


A

A bist nicht mehr verliebt seit gestern 15 uhr das ist häufig doch nur (mein das verliebtsein) was man da vorschiebt findet man den anderen körper schön und wirke das auch obszön – wahr bist nicht mehr verliebt ja seit gestern nicht mehr nicht weil nicht mehr schön sondern weil du langsam durchschaust dass du […]


Orte und Worte. Impressionen

  Auszug aus: Orte und Worte. Impressionen, edition federleicht, Frankfurt am Main 2016   Thomas Berger   AUF GRÖNLAND   Du bist von allen Inseln die größte Ich bin beglückt dein winziger Gast   Gletscher kalben ins Meer Helle des Tags und bei Nacht   Ich staune über ungeheure Stille Machtvoll noch wenn Eismassen krachen […]


LIVING POETICALLY

LIVING POETICALLY A friend speaks to me of the ability, perhaps the necessity, of „living poetically.“ I ask her what this means, this „living poetically,“ how it might differ from living decently, living judiciously, living passionately, living morally. It is, of course, a question to myself, whose own life seems more and more‑‑as if by […]


lächelnd erwägen

  lächelnd erwägen   was ich wollte, prä, in der sagenhaften zeit? spuren zu setzen.   ein wenig konnt’ ich, spät zwar, veröffentlichen; war mein frühster traum!   das typoskript mit deinen packenden worten über augustin –   immer ein beispiel sprachlich schöner gedanken – ist nun gut verwahrt.   ich gab die seiten dem […]


INS AUG’ GERÜCKT

INS AUG’ GERÜCKT   Wer sagt, es sei, was verschieden, geschieden, verkennt die Struktur der Beziehung.   Gewiss! Es trennt jeder Abschied. Er scheidet und schneidet entzwei, was vereint schien.   Doch tritt zu Tag, was uns mangelt und abgeht: Des Anderen Art, die uns not tut.   Dem „Gleichen“ fehlt die lebendige Spannung, Ergänzung […]


Verbranntes Land

Verbranntes Land 21.09.2018   Wolken-Fetzen-Fahnen segeln graublau und bleischwer beladen mit köstlichem Nass übers ausgedörrte Land, verheißen erlösenden Regen, der anderswo fällt.