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Besuch des Bischofs, Teil 5

Besuch des Bischofs, Teil 5   Zustimmendes Raunen antwortet dem Bischof. Auf ein Zeichen der sieben Rektoren erheben sich alle von ihren Plätzen, um den bischöflichen Segen zu empfangen. Als dies geschehen ist, ergreift einer der sieben Rektoren das Wort an die Hausgemeinschaft: „Seine Ehrwürdige Exzellenz wird jetzt noch einen Gang durch das Konvikt unternehmen […]


CORNERS

CORNERS   We speak of „turning a corner“ as if life contained a geometry so precise, a landscape so clear, a series of hairpin turns so well defined, that we could shimmy willfully and easily along in it, moving from forest to mesa, prairie to desert, mountain to ocean. But‑‑ change being slow, laborious, painfully […]


Memento mori! — Sterblichkeit vs. Unsterblichkeit

memento mori! — Sterblichkeit vs. Unsterblichkeit   16.01.2016   Wenn der Tod im Bezirk der Sterblichen das “letzte Wort“ inne hat, welche Bedeutung und welche Wirklichkeit kommen dann Begriffen wie “Unsterblichkeit“, “Auferstehung“, “Reinkarnation“ zu…—?   In der Sterblichkeit der Sterblichen versuchen wir mittels “Begriffen“ einen Ausweg, einen Flucht-Weg, eine Not wendende Hintertüre zu beschreiben.   […]


Besuch des Bischofs, Teil 4

Besuch des Bischofs, Teil 4   Auf das Zeichen zum Gebet erheben sich alle schnell. Fiebrige Spannung liegt in der Luft, vibriert im volltönenden „Amen“. Dann strömen alle zum Speisesaal heraus, schon gelenkt und mit Anweisungen versehen von den Rektoren, Subrektoren und Oberstufenschülern. Ich fühle mich verwirrt, weiß nicht, was ich tun soll. Die Musiker, […]


ES SCHULDET EIN JEDER

ES SCHULDET EIN JEDER   Verschulden wie Schulden Wirkt immerzu nach, Verursacht, hat Folgen, Verpflichtet gemach.   Doch Schuld fordert Sühne, Die Schulden das Soll. Wer abträgt, wird Last los, Wer Schuld trägt, kein Zoll.   Zwar fühlt sich verpflichtet, Wer Schulden begleicht, Doch nur, bis Entlastung Den Ausgleich erreicht.   Bezahlen und Tilgen Bringt […]


Memento Mori! – Bedenke, dass Du sterblich bist

Memento mori! — Bedenke, dass Du sterblich bist   12.01.2016   Des Menschen Gegenwart ist geliehene Zukunft seines Todes.   Die Sterblichkeit der Sterblichen und die Unsterblichkeit des Göttlichen begegnen sich im Staube des Alltags.


FEAR

FEAR   What is fear, this thing that lives in the pit of the stomach and can find no home? We think of it, of course, as fear of the unexpected, the unpredictable, the unknown. And yet our greatest fears are quite to the contrary:  of the inevitable ‑‑ death, separation, loss, loneliness, the splotched […]


Besuch des Bischofs, Teil 3

Besuch des Bischofs, Teil 3   Bevor die Kameraden darauf eingehen können, greift wieder einer der sieben Rektoren nach dem Tischglöckchen, das er – sitzend – anschlägt. Ich reagiere und verfüge mich folgsam zur dritten Tischreihe, wo ich von einer grinsenden Schülergruppe – Mittel- bis Oberstufenschüler – empfangen werde. Natürlich hat während meines kleinen Wegs […]


GÄNZLICH, GESAMT

GÄNZLICH, GESAMT   Sieh doch den Pfau, Schlägt sein Rad und zeigt, Wie im Zusammenspiel Einheit sich brüstet.   Auch der Fächer, Wenn er entfaltet, Gibt zu erkennen, Was in Bezug steht.   Alles in eins, Doch einerlei nicht, Unterschied allemal, Doch in Vollendung.   Mag die Reihe, Immer so weiter, Summe der Stücke, Aus […]


Memento Mori – der „Schwarze König“

memento mori — der “Schwarze König“   18.01.2016   Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am dreidimensionalen Schachbrett Ihres Lebens. Sie spielen mit den weißen Figuren. Ihnen gegenüber sitzt ein Mit-Spieler. Manchmal ist er ganz klar als Gegen-Spieler, als Wider-Sacher, als De-Strukteur für Sie erkennbar. Manchmal verschwimmt aber auch sein Profil ins Unklare, ins Nebulöse, […]


Ach, Goethe!

     Ach, Goethe! Einer meiner Lieblingsorte ist Malcesine am Ostufer des Gardasees. Ein kleines Städtchen, dem man sich am besten mit dem Schiff vom gegenüberliegenden Ufer, von Limone aus, nähert. Über dem Ort thront eine alte Scaligerburg aus dem 14. Jahrhundert, die heute als Museum dient. Wenn man den Aufstieg auf den Turm nicht […]


Von sog. „Lärmpausen“ und anderen Rechen-Schieber-Tricks

Von sog. „Lärmpausen“ und anderen Rechen-Schieber-Tricks   14.02.2016   „Heureka!“, hört man es heutzutage allerorten ausrufen. „Heureka!! — Endlich ist es uns gelungen, „Es“ rund zu rechnen!!“ Sei es nun das ungelöste Problem der „Flüchtlings-Ströme“, sei es die sich vertiefende Kluft zwischen Reichen und Armen (auch hier in Deutschland…), sei es das globale Problem des […]


Morgen, Kinder, wird’s was geben – und gutes Essen sowieso

Morgen, Kinder, wird’s was geben – und gutes Essen sowieso Der Januar hat ein wenig was von Adventszeit. In der Zentrale werden die Reisen für das neue Jahr geplant und Ende Januar, Anfang Februar ist dann Bescherung für die Reiseleiter. Im vergangenen Jahr hat man zwar schon vorsorglich ein paar Wünsche angemeldet, einen richtigen Wunschzettel […]


What Remains Behind, what moves ahead

WHAT REMAINS BEHIND, WHAT MOVES AHEAD     Youth, being still oblivious‑‑ at least, mostly‑‑ to the decline of the body, the upheavals and disappointments (as well as the rewards) of love, the repeated pain of separation, the ubiquitous dialectic of good and evil (what Wordsworth called „dialogues of business, love, or strife“ ), is […]


Memento Mori – das Leben als Schach-Spiel

memento mori — das Leben als strategisches Schach-Spiel gedacht   18.01.2016   Stellen Sie sich vor, Ihr Leben sei ein dreidimensionales “Schachbrett“ über viele Ebenen. Immer, wenn Sie sich zu einem neuen Lebens-Zug entscheiden, verschieben sich in der Folge dieses Zuges unmerklich die Figuren auf allen Ebenen. Es bleibt Ihnen überlassen, auf welcher Ebene Sie […]


Besuch des Bischofs, Teil 2

Besuch des Bischofs, Teil 2   Der Rektor gibt den Musikern ein Zeichen zu beginnen; anhebt eine „Hintergrundmusik“, und die Geräuschkulisse im Saal entsteht von neuem. Ich sehe mich wieder die Suppenkelle in der Hand halten – habe ich sie die ganze Zeit über in der Hand gehalten, als der Rektor sprach? – und dem […]


MITHIN

MITHIN   Zwar treibt, getrieben, der Mensch, Doch innehält, wer’s erfährt. Sucht Halt er, greift er vorbei, Begreift, kein Aufenthalt hält. Welch eine Paradoxie: Nur das Vergangene bleibt!


Venezianischer Carneval # 3

Venezianischer Carneval # 3 29.01.2016   Venezianischer Carneval — Masken, Larven, Pappnasen — all überall.   Am Aschermittwoch ist alles vorbei.   Existenzielle Katerstimmung. Rückfall ins allzu Alltägliche. Rückzug ins Niveaulose. Dorthin, wo man ängstlich allzu ängstlich Maske über Maske legt — je nach Situation, je nach Vorteil — um sich nicht zu verraten. Jedoch: […]