IN SCHRANKEN
Thomas Berger IN SCHRANKEN Hoch über der Ebenewähnt sichder Wächter Sendetsein Lichtallen Winkelndes Tages Verborgen indesbleibender SeeleTiefen Verstandunterliegtden Träumender Nacht
Thomas Berger IN SCHRANKEN Hoch über der Ebenewähnt sichder Wächter Sendetsein Lichtallen Winkelndes Tages Verborgen indesbleibender SeeleTiefen Verstandunterliegtden Träumender Nacht
Anfangen zu erzählen Heute weiß ich nicht mehr, wie ich mit den beiden Frauen ins Gespräch gekommen bin. Die Geschichte liegt über dreißig Jahre zurück. Überall wurden Computer aufgestellt und installiert. Natürlich auch an meiner Uni. Ich hatte im Büro Professor D.s meine letzte Hausarbeit in Germanistik abgegeben und war dann aus einem Grund, […]
Thomas Berger AM GELÄNDER Vertrag dichsagen siemit den Spielkameraden Hüte dichsagen sievor der Sonne Treib voransagen siedeine Karriere Meidesagen sieNikotin Schütze dichsagen siebeim Intimkontakt Akzeptieresagen siedein Geschlecht Beteilige dichsagen siean Unterhaltungen Sei ehrlichsagen siezum Finanzamt Respektieresagen siedie Verfassung Verteidigesagen siedie Nation Bleib berechenbarsagen siein deinen Ansichten Spendesagen siefür Bedürftige Gib preissagen siedeine Daten Sei du […]
Thomas Berger INNEWERDENDer Schriftsteller Johannes Chwalekund das Bensheimer Konvikt Wer mit den literarischen Arbeiten des Mainzer Gymnasiallehrers und Autors Johannes Chwalek vertraut ist, weiß um das sowohl in seinen regionalgeschichtlichen als auch in den erzählenden und poetischen Texten häufig wiederkehrende Motiv des Bischöflichen Knabenkonviktes in Bensheim. Johannes Chwalek verbrachte dort in den Jahren 1970-1976 die […]
Ein Storch sitzt im Feld Ein Storch sitzt im Feld, zwei Artgenossen bei ihm; beschützen sie ihn? Schon naht sich ein Raubvogel … Erhebt sich der Storch wieder?
Thomas Berger RUF Was tief uns bewegtwas festzuhaltenwir innig wünschenauch dies versinktim Abgrund der Zeit Eins nur vermagzu bewahrenAbglanz und Echowenn stark genugdas Erinnern Was wir ersehnen und schuldhaftversäumen indesverloren bleibt esfür immer
das mühlespiel das mühlespiel der großmutter war selbstgemalt die steine knöpfe in der küche saßen wir und ich durfte sieger sein
Thomas Berger SVENJAS GROLL Svenja Jensen, früh verwitwet, hatte vor einigen Jahren ihre Tochter Liv, das einzige Kind, durch einem Verkehrsunfall verloren. Die hochgewachsene Mutter war ihr Leben lang bei guter Gesundheit gewesen. Eines Tages jedoch begann die Mittfünfzigerin an Bauchschmerzen zu leiden, die in recht kurzen Abständen wiederkehrten. Sie hatte eine Reihe von Arztpraxen […]
Hausbesuch Meine Großeltern wurden vom Hausarzt besucht, regelmäßig stand Doktor med. Wilhelm Steglich mit dem Arztkoffer am Tor. Die Großmutter führt‘ ihn in die Stube, wo auf dem Tisch ein Obstler, selbstgebrannt, und ein Gläschen zum Willkommen warteten. Doktor Steglich sprach ein paar Worte, um zu sehn, wie die Lage war, überprüfte den Blutdruck, […]
Thomas Berger SÜDLICHER MORGEN Beinahe berühren sich Wolken und Meer Wind und Wogen mit der Stille vermählt Labsal der Symphonie aus Grün und Türkis Ferne und Nähe miteinander versöhnt
Eingekehrt Ich sitze im „Hirsch“ in Flörsheim am Main, schaue von der Terrasse dem Ufertreiben zu, den Passagier- und Frachtschiffen, wende den Kopf zum historischen Gebäude, seh mich als Jungen mit den Großeltern dort stehn bei dem jovialen Wirt, denk an die Chronik Bürgermeister Jakob Laucks: Nach dem ersten Krieg begrüßt‘ und bewirtet‘ er […]
päpstlicher blütentraum meiner großmutter sagte ich ich würde papst und ich nähm sie mit nach rom – daraus wurde nichts wie man heut noch sehen kann
Thomas Berger, Im Schatten unserer Tage. BetrachtungenM.-G.-Schmitz-Verlag, Nordstrand 2023 – Auszüge – HENKERSMAHL Die alte Sitte, einer zum Tode verurteilten Person ein letztes Mahl nach ihren Wünschen zu genehmigen, wird noch immer praktiziert. Der Kriminologe Hans von Hentig (1887-1974) sah in ihr einen Akt der Versöhnung zwischen dem Verurteilten und den Vollstreckern der Strafe. Denkbar […]
nächtliches erwachen als kleiner junge im bett der großeltern reifenquietschen türenschlagen der schrei einer frau ein auto rast davon wieder nachtstille die großmutter und ich erwacht nah am geschehen – welchem? wir sprechen kurz gesichert im haus geborgen im bett
Thomas Berger SCHAURIG Ein Gewittertobte am FensterBlitze zuckten Schwarze Dämonenin Gestaltvon Fäden tanztenwild umher Lachen aus Blutfülltentückischdas Auge Der Körper muss ruhender Geistentbehrendie Bücher
mit den jahren mit den jahren wächst die sehnsucht nach der mystik ob dies noch was wär denn das leben hat uns schon seinen trug geoffenbart
Thomas Berger WERKGESCHICHTE Was geschaffenin all den Jahrender Zerstreuungist es geweiht Was geschaffenin all den Jahrendem Vergessen fällt es anheim Dann jedochdie WendeEiner wehrtder Zerstreuung Dann jedochdie WendeEiner rüstetgegen das Vergessen Mondenlangim Gehäussichtet erSchriften Mondenlangim Gehäushebt er emporderen Geist Der Freund
heut wär ich anders heut wär ich anders ich wüsste es zu schätzen und ich machte mehr doch die götter leihn kein pfand sonst solltet ihr mal sehen