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prometheus – wohin?

prometheus – wohin?   zeus und die frauen mächtige und die frauen immer vergleichbar   *   die schöne tochter des flussgottes rühmte sich: selbst zeus erlag ihr   *   prometheus – wohin? the sky is the limit? nichts soll auf sich beruhn?   *   um helena und die güter alle kriegen sie […]


Einkehr in die Nacht.

  Auszug aus: Thomas Berger, Einkehr in die Nacht. Haiku, 2000   Morgenwaldstille. Ich wandere unbeschwert, in Dunkel gehüllt.   *   Wundersame Nacht, du ziehst mich in deinen Bann ganz ohne Farben.   *   Wie Sonne der Nacht entwächst das Wort dem Schweigen – uralte Ordnung.   *   Im Sonnenwagen reisen wir […]


ON THE RELATIONSHIP BETWEEN FATIGUE AND WISDOM

ON THE RELATIONSHIP BETWEEN FATIGUE AND WISDOM   You are sick‑‑ or just plain tired, ever slightly so. Perhaps a slightly off‑night of sleep, or the first vestiges of a cold. Yet there is something vaguely consoling about this, a sense of tranquility, desirelessness, a strange ability to suddenly focus. You find yourself  able, as […]


Ist alles vergeblich?

Ist alles vergeblich?   Wie kommt in Betracht, was unsichtbar waltet? Wie lässt sich anschau’n, was sich nicht zeigt?   Das Sinnbild verweist, gewährt keinen Einblick. Im Vorgestellten fehlt jede Spur.   Das Gleichnis entwirft, setzt sich an die Stelle, verheißt den Zugang, öffnet ihn nicht.   Die Chiffre fungiert, verbirgt schon Bekanntes, sie sagt […]


VOM GLÜCK DES LESENS

  Auszug aus: Thomas Berger, Vom Glück des Lesens, 3. Aufl. 2014 VOM GLÜCK DES LESENS Lesen ermöglicht ein Glück, das geringe Kosten mit sich bringt – jedenfalls wenn man Bücherpreise mit anderen Unterhaltungs- und Bildungsangeboten des Kulturbetriebs vergleicht. Erfreulicherweise leben wir nicht an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, als die Preise für […]


Lorais blutiges Auge

  Bilder: John Steven Konstantin   Lorais blutiges Auge   «Entschuldigen Sie, verehrte Leserinnen und Leser, aber ich bin es nicht gewohnt, mich an Menschen zu wenden, die am Leben sind oder zumindest nicht im Sterben liegen. Mein Name ist Peppone, ich bin der Tod! Bedauerlicherweise muss ich Ihnen hier erneut eine peinliche Entgleisung Lorais […]


en miniature

en miniature 31.05.2018   Entdecker-Glück des Kindes Auf einem Selbstpflücker-Erdbeerfeld, auf dem zentnerweise reife, rote, saftige Früchte prangen, ruft ein kleiner Knirps völlig aufgeregt seiner Mutter zu: „Muttiii, ich hab‘ ’ne Erdbeere entdeckt!!“   Oft sind es die „kleinen Dinge des Lebens“, die wir in der Zoom-Perspektive unseres Geistes wahr-nehmen. In der „Nah-Aufnahme“ werden kleine […]


mit nackten füßen

mit nackten füßen   mit nackten füßen asphalt, sonnengeflutet lautloses mädchen   *   blitze und regen unter einem weißen schirm eine junge frau   *   sie gähnt mir charmant ins gesicht, ihre augen schimmern hellrosa   *   zwei frauen lachen radelnd nebeneinander zur sommersonne  


Wer erreicht schon sich selbst?

Wer erreicht schon sich selbst?   Am Rande unseres Seins taucht das uns Mögliche auf. Über den Schatten, den unsre Wirklichkeit wirft, sind wir stets schon hinaus.   Auch derart hinter uns her, dass unser Sehnen entwirft, was noch zu tun ist, doch unser Wunsch schon vor Ort, Herkunft Zukunft gebiert.   Wer bin ich, […]


MORGENGLÜCK

      Auszug: Thomas Berger, Widerhall des Unsagbaren. Gedichte, Edition L, 2011     MORGENGLÜCK Grillengesänge in Trockenrasen   Wespenspinnen auf Silbernetzen   Glitzertau am Wegrain   Die Geladenen verschlafen das Fest     HERNACH   Dunkelgraue Wolken mächtig aufgetürmt zogen fort   Frisches Blau umspielt von Sonnenstrahlen erscheint über dem Bergpfad   In […]


alles rausgeholt

alles rausgeholt aus dem schließfach? nein, sagt der schal und fällt   zu boden


Lieb mich doch ab morgen 

Lieb mich doch ab morgen    im kreis drehen bitte bis man kotzt ob wer kein spass hat dem leben trotzt ich war schon immer ein schmock du bist andersrum manche würden sagen verkehrt rum doch bleiben besser stumm ich lieb dich darum weil ich bin doppelt falsch nach derem krawall wein beim frühstück ruf […]


Vergegenwärtigend sehnen wir uns nach Unvergänglichem

Vergegenwärtigend sehnen wir uns nach Unvergänglichem   Fern ist, was wir ersehnen: sei’s längst vergangen, gewesen, dass es wieder so wäre, sei’s, wo es sei, in der Zukunft, dass es jetzig sich einstellt, Ersehntes gegenwärtig ist.   Offen stehen die Herzen, sie, die den Durchzug verspüren, Sog ins frühere Vormals, sie, die bereit zu empfangen, […]


Im Fokus

Im Fokus „…aus gegebenem Anlass…“ 12.07.2018   Gerade so, wie Sekunden die Ewigkeit als Zeit abschmelzen,   gerade so, wie Regentropfen als Sintflut den Erdrutsch auslösen,   gerade so, wie Atome als Gase die weltweite Klima- Katastrophe heraufbeschwören —   so sind es die Millionen von antidemokratischen Geistes-Haltungen, die als „50% plus eine Stimme“ bei […]


gefunden-werden

gefunden-werden   wie leicht verlockt. wie jeder andere. dadurch auch verglichen – so   egalisiert sich’s. was du als innerstes fühlst – gleich und gleicher ist’s.   deine karten: schlecht, dass du das spiel nicht beginnst, doch die trauer spürst.   der ausweg muss her! du wirst ihn finden; sei’s im gefunden-werden.


Aberwitz, Antwort zu wagen

Aberwitz, Antwort zu wagen   Sind wir zum Sterben geboren, schon vom Anfang an verloren? Folgt einem Früher kein Nachher? Oder endet je im Zwischen alles im Bannkreis der Horen?   Sind wir geschaffen, mit Beben auf das Sterben hin zu leben? Ist, was von der Art geschaffen, zwar der Zeiten Lauf verfallen, kann’s doch […]