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Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, fünfter Teil   Um 13.15 Uhr ertönt das erste elektrische Klingeln des Tages und mahnt die Schüler zur „Vorbereitung zum Mittagessen“, wie es in der Tagesordnung heißt (auf dieses elektrische Signal, das bei der Elektrifizierung des Heimgebäudes mit montiert wurde, ist der Rektor stolz. Ich dagegen hege auch Zweifel: Wohin führt diese Entwicklung? […]


Nachruf auf Prof. Dr. Wisser

Nachruf auf   Prof. Dr. Richard Wisser * 05.01.1927 und † 12.03. 2019 in Worms   Professor Dr. Richard Wisser ist tot. Er starb im Alter von 92 Jahren in seiner Heimatstadt Worms. Als 16-Jähriger in den II. Weltkrieg eingezogen, als 18-Jähriger in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten und in Nizza interniert, als 20-Jähriger wieder zu Hause […]


Toleranz bei Gotthold Ephraim Lessing – Ein Problemfall

  AUSZUG aus dem Essay von Thomas Berger: Toleranz bei Gotthold Ephraim Lessing – Ein Problemfall   Zur Entstehungsgeschichte des Dramas Nathan der Weise   Wer klären möchte, was Toleranz ist, und deshalb die Geschichte der Interpretation dieses Begriffes betrachtet, wird unweigerlich auf GottholdEphraim Lessing (1729  ̶ 1781) stoßen. Der Schriftsteller und Kritiker entwickelte in seinem 1779 […]


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Fortsetzung Meine Wohnung besteht nur aus zwei kleinen Zimmern, wovon eines, meine „Schlafhöhle“, ohne Fenster ist, und dazu ist sie noch unvollständig: Es fehlt das Bad. Die Toilette muss ich mir teilen mit Dr. Freitag, dessen etwas größere Wohnung ein Toilettenräumchen aufweist. Als Dr. Freitag nach den Weihnachtsferien die Stelle im Heim von einem früheren […]


IM GEDICHT ZÄHLT JEDES WORT

IM GEDICHT ZÄHLT JEDES WORT   Stets auf neue Form bedacht, sie, die jeweils, angebracht, neu Verlangen mir entfacht, bloßem Trott ein Ende macht,   die dem Inhalt je entspricht, Vers für Vers ins rechte Licht, jede Wendung im Gedicht einrückt in der Schau Gesicht,   durch das Ohr zum Herzen dringt, Worte spricht, betont, […]


EYES

EYES   In the interpersonal world, the eyes, above all, are the source of our initial power over others, which is why cultures and religions throughout history have sought to regulate the stare, the gaze, the glance, the mask. Even in our political and national security life, the words „FOR EYES“ on a government document […]


lieberiamo

  lieberiamo   lieberiamo famili leopardo occhio i lieberiamo vista si amigiolo tua mi lieberiamo cuorepi baciare amo ti


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, dritter Teil   Ich rede Sie in diesem Text an, obwohl ich Sie nicht kenne. Mein Kollege Dr. Freitag kam gestern Abend zu mir und brachte eine Mappe mit Feldpostbriefen Ihres „gefallenen“, bei einem Sturmangriff vor Soissons getöteten Mannes. Er sagte, Sie hätten es eilig gehabt. Vielleicht wollen Sie die Briefe loswerden, vielleicht […]


WER FRAGT SCHON WIRKLICH?

WER FRAGT SCHON WIRKLICH?   Was schlimm ist? Antwort, die dem Fragen das Wort, wortreich, abschneidet.   Noch schlimmer, wenn auf Fragen Schweigen erfolgt, quälend lastendes.   Am schlimmsten, wenn ein Mensch das Fragen vergisst, witzlos unbedarft.   *   Denn fragend treibt der Mensch die Sonde ins Sein, achtet Strittiges.   Und hüllt sich […]


THEODOR STORM ALS DICHTER

Thomas Berger über: THEODOR STORM ALS DICHTER Auszüge Obgleich Storm erst mit 63 Jahren aus dem Dienst schied, brachte er seinem Beruf als Jurist keine ausgeprägte Neigung entgegen. 1858 klagte er in einem Brief an den Landschaftsmaler Hermann Schnee (1840−1926): „Die verfl. Acten werden mich doch vor der Zeit tödten; wer den Drang zu einer […]


LIGHT AND DARK

LIGHT AND DARK Light, rather naturally, is the thing we most want to own, that we are most deeply drawn to– so much so, in fact, that we tend to hate and disown the darkness within ourselves to a degree that effectively sabotages most of our human relations. Unable to tolerate our own sadness, rage, […]


Quellenfuge

  Quellenfuge   Krenal quickend polyphon athmosphärisch Herzenton speisen fließen Musterbild trinken gießen kraftvoll mild Quellenfuge prinzipil Dux et Comes juvenil


Feldpostbriefe, Fortsetzung

Feldpostbriefe Erzählung, zweiter Teil   Um sechs Uhr dreißig klingelt mein Wecker, wenn ich – wie heute – Frühdienst habe. Er beinhaltet das Wecken der Schüler um sechs Uhr fünfzig, die Aufsicht darüber, dass sie sich waschen, anziehen, ihre Betten richten, pünktlich um sieben Uhr zwanzig in der Kapelle sind zum Gebet – und dies […]


AUSBLICK AUFS GANZE FROMMT

AUSBLICK AUFS GANZE FROMMT   Unterschied im Verein, Zusammenhang im Getrennten umfasst, umgreift Versprengtes. Widerspruch, der entspricht, und Gegensatz, der nicht ausschließt, bezieht, geschieden, Stellung.   Teile und Spalt mitsamt, gefügt und verfugt, kein Stückwerk, zerteilt, gespalten, einsam: Klaffender Wunde Weh, zerrissen in Fetzen, Elend verspürt, was fehlt: Ergänzung.   Ungemach, das gebricht, Beschwer, die […]


IDOLATRY

IDOLATRY There is a point at which even the most sincerely held affections can also become an idolatry, where enthusiasm crosses the line into worship so that all other possibilities, all other moralities, become absorbed into the thing revered. Artists, perhaps most of all (except for those who merely worship money), seem prone to this […]


Was unbezahlbar ist …

Was unbezahlbar ist… Essay, Fortsetzung II: Rückblende: Im ersten Teil der vier Essays stellte ich der Frage „was ist unbezahlbar?“ zunächst die Frage „was ist käuflich?“ zur Seite, und warf ein erstes Schlaglicht auf die „kurze Geschichte des Geldes„. Denn Geld als Zahlungsmittel löste im siebten vorchristlichen Jahrhundert den Tauschhandel von Waren und Gütern ab, auch […]