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Zeitlichkeit endet

Zeitlichkeit endet   Sterbliche sind wir, sterblich zeitlebens. Tod, unser Pate, nennt uns beim Namen. Mit der Geburt beginnt, was wie die Sanduhr rinnt.   Leben ist tödlich. Zeugende züchten immer aufs neue endloses Enden. Niemand entgeht dem Tod, der uns tagtäglich droht.   Trauer befällt den sehenden Menschen, der sich der Einsicht stellt und […]


Geschichte als „ewiges Nun“ gedacht, Kitaro Nishida, Fortsetzung

Geschichte als „ewiges Nun“ gedacht, Kitaro Nishida, Fortsetzung Gleichsam als Gegenentwurf zu dem uns vertrauten und geläufigen hierarchischen Denken — von Platon über Augustinus bis Jaspers — fiel mir der Ansatz von Kitaro Nishida ein:   „Wo Geschichte als in ewiger Vergangenheit ausgelöscht gedacht wird, entsteht so etwas wie die griechische Kultur, die alles zu […]


APHORISMEN

APHORISMEN   Stille und Schweigen sind der Nährboden nützlicher Worte.   Für jemanden die Hand ins Feuer zu legen ist riskant – es für sich selbst zu tun, wäre grob fahrlässig.   Wer auf einem hohen Ross sitzt, ist nicht zwingend ein guter Reiter.   Gespräche, die allein von Worten leben, hinterlassen keine Spuren.   […]


Märzenbecher

Märzenbecher Sobald der Schnee getaut ist, bahnen sich die ersten Frühlingsboten ihren Weg ans Licht. Da, wo das ökologische Gleichgewicht noch in Ordnung ist, finden wir mit ein bisschen Glück die zauberhaften Märzenbecher. Ein Spaziergang ohne Handy, ohne Musikberieselung aus dem Kopfhörer, dem eigenen Atem lauschen und den Gedanken freien Lauf lassen, lässt vieles wahrnehmen, […]


im laub

im laub im laub strauchelt dein schritt über den blätterstrand in dem die falten der bäume muster spinnen in die der nieselregen der einem tastenden gleicht fällt und hältst du dann die laute der wassertäler zurück in deinem atmen?


Geschichte als „ewiges Nun“ gedacht, Kitaro Nishida

Geschichte als „ewiges Nun“ gedacht, Kitaro Nishida 26.02.2018 In seinem Werk „Der Stimme der Mystik lauschen“ (Kösel, 2005) zitiert und kommentiert Gerhard Wehr für den 13. Februar aus den „Confessiones“ des Kirchenvaters Aurelius Augustinus. Augustinus beschreibt hierin seine Suche und sein Bemühen der Gottes-Erkenntnis. Hierbei soll seine Seele ihm gleichsam als „Gottes-Leiter“ dienen, womit er […]


des meisters bild

des meisters bild   als der zauberer ihn zu bescheidenem ort einlud voller magie   hing eines meisters bild mit weißen haaren an des schreibtischs wand   kein wort fiel davon und auch später äußres nur ohne folgen noch   längst schwand der zaubrer spricht durch des meisters worte jeden tag zu ihm   dass […]


Gezieltes Begreifen

Gezieltes Begreifen   Nicht dies oder das, mal so und mal so, sondern ganz und gar, ohne Wenn und Aber!   *   Statt Hin und Her nach Laune und Gunst und statt hü und hott Begriffe, die greifen.   Das Wort, nicht den Mund zu halten, tut Not, und die Tat hat nichts zu […]


ZEITGEFÜHL

ZEITGEFÜHL   Sprühregen aus trübem Himmel   Oben am Waldrand ein Einspänner ohne Hast   Niemand begegnet mir   Nur ein knorriger Birnbaum grüßt still   Weither Glockenschlag   Ich bin angelangt unversehens in einem anderen Jahrhundert


Blood

Blood   When Rui Urayama’s fingers began to bleed while performing Bartok’s Piano Sonata BB 88 at the Cincinnati World Piano Competition in 2015, she just kept on playing, she played right on through the Allegro moderato and then the Sostenuto e pesante and the Allegro molto she played on through the dissonance of the […]


wäre gern unsichtbar

wäre gern unsichtbar   wäre gern unsichtbar jedenfalls kein transparent das sagt was wohl ist wahr beschrieben permanent mit schmutz von diesem jahr —————- hinter allen wänden die ich einreiß mit den händen nur stilles weiß —————– mein name in großbuchstaben honig in den bienenwaben eine millionen haben —————- ab sofort ein leichteres lieben wie […]


Worte wie Sterne: Fortsetzung

Worte wie Sterne: Fortsetzung Das philosophische Langzeit-Projekt „Worte wie Sterne“ der Philosophischen Praxis gnōthi seautón, Flörsheim am Main   Jede Kultur und jede Religion brachte solch zeitlos-gültigen Sentenzen hervor. Zeitlos Gültiges, das die Jahrtausende zu überdauern vermag, inmitten flüchtiger, vergänglicher, sich ständig wandelnder „Zeit“ als „Epochen“. Unwandelbar Gültiges im endlosen Strom des allseitigen Wandels (panta […]


jenseits des verfalls

jenseits des verfalls   alles ausgereizt der zauber aufgelöst und nicht mehr vonnöten   was bleibt jetzt bestehn als lächelndes genügen von der matten art   als alles wissen ohne dabei glücklich sein und verführt zur tat   hoffen, auferstehn jenseits des verfalls. wer da mitreisen könnte


Begreift es hienieden

Begreift es hienieden   Oft meint, wer an sich denkt, das Ansich zu treffen, und hält, was für ihn spricht, für unübertrefflich.   Dagegen: Wer bin ich, erfragt, wer für sich bleibt und einzig im Fürsich ein Sein für erschöpft hält.   Im Anundfürsich erst kommt zu sich ein jeder, zu sich und dem Andern […]


AM FENSTER

AM FENSTER   Das Haus war von luxuriöser Größe, so dass die beiden sich erst zurechtfinden mussten und zuweilen der Mann die Frau oder die Frau den Mann regelrecht suchten. Sowohl diese geräumige Beschaffenheit als auch die komfortable Einrichtung leisteten ihren Beitrag zum erhofften Abstand von Arbeit und Pflicht, alltäglichen Erfordernissen und dem gewohnten Tagesrhythmus. […]


in diesem raum

in diesem raum   in diesem raum in diesem schneegetränkten raum in diesem weiß aus stillen tönen versammelt sich die nacht die dunkelblaue kühle ein blick zum horizont ein langer blick in diese stillen töne


Wenn Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu einer Farce werden

von Yassin Nasri Viele Unternehmen nutzen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung lediglich zu Imagezwecken. Das muss sich ändern.    Diesen Beitrag beginne ich mit dem Zitat: „Unser Ziel ist es, Ökologie, wirtschaftlichen Erfolg und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen.“   Normalerweise werden Zitate überliefert, die mit einer gewissen sprachlichen Raffinesse Visionen, Tiefsinn oder Weitsicht ausdrücken. […]


Ich schenke meiner Oma eine Geschichte, Teil 3

Ich schenke meiner Oma eine Geschichte, Teil 3 Was ist los, warum schreit es?“ „Weiß ich doch nicht. Aber riechst du das? Es stinkt!“ „Ich habe keine Windel. Was soll ich machen?“„Steck es mal unter das Wasser“. Sie zieht mich aus und wäscht mich im kalten Wasser. Die Stromkosten sind nicht bezahlt. Heizung funktioniert nicht. […]